Ausnahmesituation für Kinder und Erzieher

Bad Lobenstein.  Neue Regelung der Notbetreuung von Kindergartenkinder sorgt für neue Planungen in den Kommunen.

Am Ebersdorfer Kindergarten "Wirbelwind" wird derzeit der Zugang zum Haupteingangdurch die Firma Pflaster-Müller  neugestaltet. 

Am Ebersdorfer Kindergarten "Wirbelwind" wird derzeit der Zugang zum Haupteingangdurch die Firma Pflaster-Müller  neugestaltet. 

Foto: Peter Hagen

Die Notbetreuung in Kindergärten der Region Bad Lobenstein ist gewährleistet. In den vergangenen Tagen waren die Gruppen eher klein. Mit der Regelung des Thüringer Bildungsministeriums wird sich das nun ändern. Alle aktuellen Infos im kostenlosen Corona-Liveblog.

Seit Donnerstag gibt es eine neue Regelung von Seiten des Thüringer Bildungsministeriums, die den Kreis der Kinder, die in eine Notbetreuung in Anspruch nehmen können, erweitert. So werden nun auch Jungen und Mädchen, bei denen nur ein Elternteil unmittelbar mit der Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Personen im Gesundheits- und Pflegewesen betraut ist, zur Notbetreuung zugelassen. Neu aufgenommen in das Programm sind zudem Kinder, deren Betreuung im Interesse des Kinderschutzes ist.

Laut der Allgemeinverfügung des Landratsamtes Saale-Orla ist in den Städten und Kommunen eine Notbetreuung von Kindern zu gewährleisten, deren beide Elternteile in „kritischen Infrastrukturen“ tätig sind. Entsprechende Antragsformulare sind unter anderem auf den Internetseiten der Städte Bad Lobenstein, Wurzbach und der Gemeinde Remptendorf zu finden.

In der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig wurde im Blankenberger Kindergarten eine Notgruppe eingerichtet. „Derzeit werden drei Kinder von zwei Erzieherinnen betreut“, erklärt Einrichtungsleiterin Sabine Schade. Das könne sich aber schon in den kommenden Tagen ändern.

Auch in Wurzbach wird eine Notgruppe im Kindergarten „Kunterbunt“ angeboten. Seit Beginn dieser Woche wird sie auch in Anspruch genommen – von einem Kind. „Beide Elternteile erfüllen die Voraussetzungen“, so Wurzbachs Bürgermeister Jan Schübel (CDU-BU). „Viele Erziehungsberechtigte versuchen, zu vermeiden, die Notbetreuung in Anspruch zu nehmen“, erklärt er.

Maximal fünf Kinder pro Gruppe

Derzeit sind acht Kinder für die Notgruppe in Kindergarten „Zwergenhaus“ in Remptendorf angemeldet. Sowohl für die Jungen und Mädchen als auch für die Erzieher ist es eine Ausnahmesituation. „Viele fragen uns, wo ihre Spielkameraden sind“, so Ina Michel, stellvertretende Leiterin der Einrichtung. Auch das Thema Händewaschen und Hygiene hat an Bedeutung gewonnen. „Schon vor der Corona-Situation haben wir die Kinder dazu angehalten, sich oft die Hände zu waschen“, erklärt die Erzieherin. Zudem sind überall im Kindergärten Poster verteilt, die den Kindern das korrekte Reinigen der Hände erklären. „Aber vor allem die älteren Kinder achten besonders darauf, diese Regeln einzuhalten, da sie die Situation bereits verstehen.“

Fünf Kinder werden derzeit im Kindergarten „Wirbelwind“ in Ebersdorf betreut. „Für die kommende Woche haben wir bis jetzt zwei weitere Anmeldungen“, berichtet Erzieherin Monika Brückner. Wenn zukünftig noch mehr Kinder regelmäßig in die Einrichtung kommen, werden zwei Gruppen gebildet, da nur maximal fünf Kinder zusammen betreut werden dürfen. „Da wir einen großes Gartenareal haben und das Wetter zurzeit sehr toll ist, können wir die Kinder gut in kleinere Gruppen einteilen“, so Monika Brückner.

„Im Laufe der kommenden Tage rechnen wir mit mehr Anmeldungen für die Notbetreuung“, erklärt René Blitz, Hauptamtsleiter in der Bad Lobensteiner Stadtverwaltung. Derzeit werden drei Kinder im Kindergarten „Sonnenschein“ betreut. „Aber durch die neue Verfügung werden es mehr werden.“ Da die Gruppen aber möglichst klein gehalten werden sollen, gibt es nun Pläne in der Stadtverwaltung, in der kommenden Woche eine Notgruppe im Kindergarten „Rappelkiste“ in Unterlemnitz zu bilden.