Berufung gegen Urteilsspruch zu Unfallflucht in Bad Lobenstein

Bad Lobenstein.  Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung fechten Entscheidung des Amtsgerichtes an

An dieser Kreuzung in Bad Lobenstein waren vor einem Jahr zwei Fußgängerinnen überfahren und lebensgefährlich verletzt worden. Die Unfallverursacherin flüchtete.

An dieser Kreuzung in Bad Lobenstein waren vor einem Jahr zwei Fußgängerinnen überfahren und lebensgefährlich verletzt worden. Die Unfallverursacherin flüchtete.

Foto: Peter Hagen / OTZ

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Der Prozess zu einem schweren Verkehrsunfall in Bad Lobenstein im Januar 2019 wird voraussichtlich neu aufgerollt. Wie unsere Zeitung erfuhr, haben sowohl die Verteidigung der Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das am Amtsgericht in Bad Lobenstein ergangene Urteil eingelegt.

Zweitägige Beweisaufnahme

Ende Oktober vorigen Jahres war eine 42-jährige Autofahrerin zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden. Das Gericht in Bad Lobenstein sah es als erwiesen an, dass die Frau am 26. Januar 2019 an der Ampel-Kreuzung zwei Fußgängerinnen überfahren hatte, die bei Grün die Straße überquerten. Anschließend entfernte sich die Autofahrerin vom Unfallort, ohne sich um die beiden lebensgefährlich verletzten Frauen zu kümmern. Nach zweitägigem Prozess mit umfangreicher Beweisaufnahme und Zeugenbefragung hatte das Gericht die Haftstrafe verhängt, aber den Vollzug zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit war auf drei Jahre festgelegt worden. Zudem war die Bewährung mit einer Geldauflage von 5000 Euro verbunden. Eine Fahrerlaubnis sollte nicht vor Ablauf von zwei Jahren wiedererteilt werden.

Geständnis ganz zum Schluss

Das Gericht hatte bei der Urteilsbegründung mit deutlichen Worten an die Angeklagte klargemacht, dass ihre nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung im letzten Wort geäußerte Reue und Einlassung zum Tathergang die Bewährungsstrafe ermöglicht habe. Zuvor hatte die Angeklagte während des gesamten Prozessverlaufs von ihrem Recht Gebrauch gemacht, zu schweigen. Von der Staatsanwaltschaft war eine Haftstrafe ohne Bewährung beantragt worden. Die Verteidigung dürfte auf eine Strafmilderung drängen.

Akribische Polizeiarbeit

Der Unfall vor fast genau einem Jahr hatte eine akribische Polizeiarbeit zur Ermittlung des Tatfahrzeuges ausgelöst. Anhand der Beschreibung von Zeugen zum Autotyp sowie zu Fragmenten des Kfz-Kennzeichens war mit Unterstützung des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg sowie der Kfz-Zulassungsstelle in Schleiz noch am gleichen Tag ein verdächtiger VW Golf ermittelt worden. Zu dem passte dann auch ein winziges Kunststoffteil, das einem Polizisten in der Nähe des Kollisionsortes aufgefallen und von diesem sichergestellt worden war.

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