Blankenstein: Gutachten zur Höllentalbahn in Kürze erwartet

Blankenstein  Expertenteam soll dann Expertise für weitere Entscheidungen erstellen

Mehr Güter runter von der Straße aufs Bahngleis zu bringen ist das Hauptanliegen für eine Reaktivierung der seit 1945 unterbrochenen Strecke zwischen Saalfeld und Hof.

Mehr Güter runter von der Straße aufs Bahngleis zu bringen ist das Hauptanliegen für eine Reaktivierung der seit 1945 unterbrochenen Strecke zwischen Saalfeld und Hof.

Foto: Peter Hagen

Zu Beginn des neuen Jahres wird mit den Ergebnissen eines Gutachtens zur Umweltverträglichkeit einer reaktivierten Höllentalbahn gerechnet. Ursprünglich sollten diese schon im Spätsommer vorliegen, jedoch sorgte auch hier das Pandemiegeschehen im Freistaat für zeitliche Verzögerungen.

Interview ließ aufhorchen

Zwei wesentliche Ereignisse hatten im zu Ende gehenden Jahr bezüglich einer möglichen Reaktivierung aufhorchen lassen. Einerseits hatte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in einem Video-Interview mit unserer Zeitung geäußert, dass für die Reaktivierung der Höllentalbahn "gekämpft" werde, was Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zur Feststellung veranlasste: "Es kommt Bewegung in die Hölle". Zum anderen informierte Thüringens Infrastrukturstaatssekretärin Susanna Karawanskij (Linke) bei einem Besuch in Blankenstein zum aktuellen Stand des Umweltverträglichkeitsgutachtens und kündigte an, dass sich diesem als zweite Stufe die Planfeststellung für die stillgelegte, aber nicht entwidmete Bahnstrecke anschließen werde.

Endfassung in Arbeit

Gleich mehrere Thüringer Ministerien und Behörden sind aktuell in das Verfahren des Umweltverträglichkeitsgutachtens einbezogen. Landtagsmitglied Ralf Kalich (Linke) hatte zum gegenwärtigen Status des Gutachtens nachgefragt und hierbei erfahren, dass die "Umweltfachliche Grundlagenermittlung und -auswertung sowie Auswirkungsabschätzung" vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) über das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV) beauftragt war und bisher als Entwurfsfassung vorliege. Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) wurde über eine kurze Stellungnahme zu Teilaspekten in die Prüfung dieses Entwurfs einbezogen. Derzeit würden die Unterlagen in ihre Endfassung gebracht.

Bildung eines Expertenteams

"Die Abnahme des Schlussberichts soll spätestens Anfang Januar 2021 erfolgen", wurde in Aussicht gestellt. Mit den Ergebnissen des Umweltverträglichkeitsgutachtens soll als nächstes ein Expertenteam gebildet werden, an dem Vertreter der Deutschen Bahn AG, des TMIL und des TLBV beteiligt sind. "Durch dieses Gremium soll ergänzend zur umweltfachlichen Untersuchung eine Bewertung notwendiger Parameter und Grundvoraussetzungen für eine wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Reaktivierung und Betreibung der Höllentalbahn erfolgen", erfuhr Kalich. Anhand der erarbeiteten Expertise gebe es letztlich eine Grundlage für die dann folgenden politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen hinsichtlich einer möglichen Reaktivierung der Bahnstrecke.