Corona: Bundeswehr in Schleiz zur Hilfe angerückt

Bad Lobenstein/Schleiz.  Demonstration in Bad Lobenstein trotz neuer Höchstwerte bei den Infektionszahlen angekündigt.

Amtsarzt Torsten Bossert und Landrat Thomas Fügmann (stehend von links) begrüßten am Montag Soldaten der Bundeswehr, die jetzt im Gesundheitsamt die Rückverfolgung von Infektionsketten unterstützen.

Amtsarzt Torsten Bossert und Landrat Thomas Fügmann (stehend von links) begrüßten am Montag Soldaten der Bundeswehr, die jetzt im Gesundheitsamt die Rückverfolgung von Infektionsketten unterstützen.

Foto: Landratsamt Saale-Orla

Im Saale-Orla-Kreis sind neue Höchstwerte bei den positiven Infektionsnachweisen mit dem Coronavirus zu vermelden. Zu Wochenbeginn kam Verstärkung für das Gesundheitsamt durch Soldaten der Bundeswehr. Für den Montagabend haben ungeachtet des Pandemiegeschehens wieder Coronaleugner zum „Spaziergang“ durch Bad Lobenstein eingeladen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Die Streitkräfte kamen der Bitte des Landratsamtes in Schleiz nach und entsandten eine Soldatin sowie fünf Soldaten, teilte die Kreisverwaltung mit. Das Militär soll bis mindestens 18. Dezember bei der Kontaktnachverfolgung unterstützen. „Dass die Hilfe mehr als willkommen ist, zeigt nicht nur der Blick auf die jüngsten Statistiken“, so das Landratsamt, „mit 81 gemeldeten Neuinfektionen übers Wochenende, davon allein 40 am Sonntag, wurde der nächste Rekordwert erreicht – eine Zuwachsrate, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schien.“ Nach neun Monaten der Pandemie sei damit ein Punkt erreicht, „an dem es nicht mehr geht“, sagt dazu Amtsarzt Torsten Bossert. „Bis vor kurzem sind wir ganz gut durchgekommen, aber jetzt kommen wir mit der Abarbeitung der Fälle nicht mehr hinterher.“

Ruhe und Gründlichkeit gefordert

Bei Bosserts Einweisung der Soldaten gab der Mediziner den Helfern mit auf den Weg, sich trotz der angespannten Situation die nötige Zeit zu nehmen. „Arbeiten sie jeden einzelnen Fall in Ruhe und mit der nötigen Gründlichkeit ab. Wenn unsauber gearbeitet wird, macht es am Ende nur noch mehr Mühe“, so seine Bitte. Für den Saale-Orla-Kreis ist es übrigens das zweite Mal innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne, dass die Streitkräfte zur Katastrophenabwehr eingesetzt werden. „Wir haben vergangenes Jahr bereits gute Erfahrungen mit der Bundeswehr gemacht, auch wenn der Fall dieses Mal natürlich ganz anders gelagert ist“, spannte Landrat Thomas Fügmann (CDU) den Bogen zum Großbrand am Heinrichstein. Auch er bedankte sich ausdrücklich bei den Soldaten und wünschte gutes Gelingen für ihren Einsatz.

Inzidenzwert überdurchschnittlich hoch

„Wir freuen uns sehr, dass die Bundeswehr unserer Bitte nachkommt, bei der Pandemiebekämpfung zu helfen“, so Fügmann. Auch er dürfte dabei das kaum noch zu überschauende Infektionsgeschehen im Landkreis, der so lange glimpflich durch die Corona-Pandemie kam, vor Augen gehabt haben. Mit 81 nachgewiesenen Neuinfektionen bleibt der Inzidenzwert weiterhin oberhalb der 200-er Marke und damit auch deutlich über dem Bundes- und Thüringer Durchschnitt. Räumlich verteilen sich die neuen Fälle einmal mehr über das gesamte Kreisgebiet. Am stärksten betroffen sind die Einzugsgebiete der Städte Schleiz und Tanna (je 14) sowie die Verwaltungsgemeinschaften Seenplatte und Triptis (je 11).