Elf neue Busse in Bad Lobenstein für den Linienverkehr übergeben

Bad Lobenstein.  Barrierefreier Zugang in den Bussen für Rollatoren und Rollstühle sowie USB-Anschluss an den Fahrgastplätzen vorhanden.

Daniela Wunder ist seit 20 Jahren Busfahrerin und steuert nun eines der neuen Fahrzeuge.

Daniela Wunder ist seit 20 Jahren Busfahrerin und steuert nun eines der neuen Fahrzeuge.

Foto: Peter Hagen

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Millimetergenau aufgereiht stehen am Donnerstag die elf neuen Überlandbusse auf dem Kombus-Betriebsgelände in Bad Lobenstein, um diese feierlich in den Liniendienst zu übernehmen. Für Fahrgäste und Fahrpersonal bringen die Neuanschaffungen aus dem Hause Iveco einige Vorteile und Erleichterungen.

Schaltung mit Automatikgetriebe

Auf Knopfdruck senkt sich der Bus, so dass Fahrgäste mit Rollator oder Rollstuhl niveaugleich von der Zugangsplattform direkt ins Fahrzeug gelangen. Auf Knopfdruck wird auch die Fahrtrichtung bestimmt. „D“ für vorwärts, „N“ für Leerlauf und „R“ für rückwärts – mehr Entscheidung braucht’s nicht beim Automatikgetriebe. Daniela Wunder hatte bisher 19 Jahre lang mit dem mechanischen Schalthebel die Gänge eingelegt. Jetzt ist sie auf einen der neuen Busse umgestiegen, in denen inzwischen mehr Rechnertechnik steckt als die Apollo 11 bei der Mondlandung an Bord hatte. „Der Bus fährt sich prima“, so die erste Erfahrung der 42-jährigen Berufskraftfahrerin.

Natürlich sind die üblichen Sicherheitssysteme wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) oder auch der Bremsassistent vorhanden. „Ich finde, die Signalwirkung ist jetzt besser“, sagt Daniela Wunder zu den am Front- und Heckbereich angebrachten Tafeln, die beim Stop an der Haltestelle mit einem Blinklicht signalisieren, dass Fahrgäste aus- oder einsteigen.

Ergonomisch geformt ist der Fahrersitz, der im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden kann. Gleich daneben befindet sich ein Kühlfach für Getränke. Der gesamte Fahrgastraum ist videoüberwacht. Auf einem Monitor lassen sich jederzeit die Fahrermappe, der Dienstplan, Telefonnummern oder Notfall-Kontakte abrufen. „Der Bus ist ständig online“, sagt Kombus-Geschäftsführer Dirk Bergner.

Wäre die Netzabdeckung im Saale-Orla-Kreis dichter, könnten sogar die Fahrgäste per WLAN ins Netz gehen. Zumindest finden die Handynutzer an den Fahrgastplätzen USB-Anschlüsse zum Aufladen der Batterien.

„Das Smartphone-Zeitalter hat uns einen Vorteil gebracht“, verrät Dirk Bergner, „der Vandalismus in den Bussen ist deutlich zurückgegangen.“ Gerade im Schülerverkehr würden sich die meisten Fahrgäste sofort ins Internet begeben, kaum dass sie im Bus Platz genommen haben.

Geringerer Schadstoffausstoß

Neben dem Fahrpersonal und den Fahrgästen soll aber auch die Umwelt zu den Gewinnern der Neuanschaffungen gehören. Der Diesel-Verbrauch liege auf 100 Kilometern bei sechs bis sieben Litern unter den bisherigen Werten. Bei den Schadstoffemissionen wird der Ausstoß von Kohlenmonoxiden um 50 Prozent, bei Kohlenwasserstoff und Stickoxiden um 83 Prozent sowie bei den Partikeln um 97 Prozent reduziert.

Bus unabkömmlich für Schulverkehr

Die moderne Kombus-Fahrzeugflotte hat freilich ihren Preis. Für 2019 sind mit der Neuanschaffung von drei Stadtbussen für das Städtedreieck Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg sowie zwölf Überlandbussen insgesamt über drei Millionen Euro investiert worden. „Der öffentliche Personennahverkehr ist uns ein wichtiges Anliegen“, betont Landrat Thomas Fügmann (CDU). Beim Schülerverkehr gebe es für den Saale-Orla-Kreis keine Alternative.

Entsprechend hoch seien die Ausgleichszahlungen, die von den beiden Landkreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt an den Zweckverband geleistet werden. Aus dem Haushalt des Saale-Orla-Kreises sind das jährlich um die 4,7 Millionen Euro.

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