Ausstellung Wurzbach

Filigrane Zeichnungen auf Stein gebannt

Wurzbach.  Museum für Steindruck in Wurzbach zeigt ausgewählte Werke von Werner Tübke. Museumsgespräch geplant

Bärbel Müller zeigt die Vorzugsgrafik von Reiner Ende zur aktuellen Ausstellung. 

Bärbel Müller zeigt die Vorzugsgrafik von Reiner Ende zur aktuellen Ausstellung. 

Foto: Sophie Filipiak

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Das Kunsthaus Müller in Wurzbach zeigt derzeit einige ausgewählte Bilder des Malers und Grafikers Werner Tübke. Galeristin Bärbel Müller kannte den im Jahr 2004 verstorbenen Künstler noch persönlich.

Die Bilder scheinen aus der Zeit gefallen zu sein. „Das ist gerade die Stärke von Werner Tübke“, erklärt Bärbel Müller. „Er hat sich immer dem Zeitgeist entzogen.“ Beim Blick auf die filigranen Zeichnungen könnte der Besucher des Kunsthauses meinen, Bilder aus den vergangenen Jahrhunderten zu betrachten. Die Kleidung und das Konzept der Bilder muten altertümlich an. „Ich bewundere an Werner Tübke, dass er Geschichte genau studiert hat, daher auch wusste, was in welcher Epoche getragen wurde.“

Detailverliebter Blick in die Vergangenheit

Genau dieser detailverliebte Blick in die Vergangenheit brachte Werner Tübke seinen Ruhm ein. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er durch sein Panorama über die Bauernkriege im 16. Jahrhundert bekannt, dass in Bad Frankenhausen ausgestellt ist. Seine Werke erinnern an Bilder von Lucas Cranach und Albrecht Dürer, besonders was das Studium der Körper betrifft.

Bärbel Müller traf Werner Tübke zum ersten Mal 1991 in Leipzig. Im Laufe der Jahre fertigte sie einige der Rahmen für die Werke des DDR-Künstlers an, stellte aber auch seine Bilder aus. Ihr Mann Christian Müller gehörte zu dem auserlesenen Kreis der Drucker, die die Zeichnungen des Leipziger Künstlers vervielfältigten.

Der Maler selbst entdeckte seinen Hang zur Lithographie, als dem Steindruck, Mitte der 1970-Jahre. „Seitdem hat er kontinuierlich damit gearbeitet“, so Bärbel Müller. „Er konnte nicht mehr davon lassen.“ Den Stein habe Werner Tübke wie Papier betrachtet, seine im Kunsthaus Müller ausgestellten Werke zeugen davon. Man hat den Eindruck, dass die Zeichnungen mit Bleistift direkt auf dem Papier gefertigt wurden. Dabei handelt es sich eigentlich um Grafiken. Werner Tübke zeichnete sowohl auf Kalkschieferstein als auch auf Zinkplatten.

Keine Effekthascherei

„Ihn interessierte nicht die Effekthascherei“, erklärt Bärbel Müller. „Werner Tübke legte Wert auf die reine Zeichnung.“ Er sei ein Individualist gewesen, der seinen eigenen Weg beschritten habe.

Werner Tübke wurde 1929 in Schönbeck an der Elbe geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Ab 1960 begann sein Stern in der Künstlerszene der DDR zu steigen. Er arbeitete zudem als Dozent an der Leipziger Hochschule. Als einer der wenigen Maler durfte er ungehindert auch Länder jenseits des Eisernen Vorhangs bereisen.

1989 wurde sein größtes Werk, das Bauernkriegspanorama, eingeweiht. Seit 1976 hatte Werner Tübke daran gearbeitet. Nach langjähriger Krankheit verstarb der Künstler am 27. Mai 2004 in Leipzig.

Museumsgespräch im Dezember

Die Vorzugsgrafik zur Ausstellung ist zwar als Hommage an Werner Tübke gedacht, bildet aber auch einen Stilbruch. Reiner Ende, Maler und Grafiker aus Friedrichsrode, hat sie gefertigt. Zudem lädt das Kunsthaus Müller für Sonnabend, 7. Dezember, ab 14 Uhr zur einem Museumsgespräch ein. Annika Michalski, Kunsthistorikerin, Historikerin und Autorin aus Weimar, liest aus den 2017 erschienen Tagebüchern des Künstlers Werner Tübke unter dem Titel „Mein Herz empfindet optisch“ vor.

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Die Ausstellung „Werner Tübke – Lithographie“ ist bis 23. Februar im Kunsthaus Müller zu stehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr.

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