Frau aus Schleiz wegen Unfallflucht angeklagt

Bad Lobenstein.  Vater lässt sich bei Hauptverhandlung zum Verteidiger seiner 20-jährigen Tochter wählen

Lediglich eine knappe Nachricht zu hinterlassen kann sehr schnell dazu führen, wegen Unfallflucht angeklagt zu werden. Diese Erfahrung musste eine junge Frau aus Schleiz machen. (Symbolfoto)

Lediglich eine knappe Nachricht zu hinterlassen kann sehr schnell dazu führen, wegen Unfallflucht angeklagt zu werden. Diese Erfahrung musste eine junge Frau aus Schleiz machen. (Symbolfoto)

Foto: Jens Wolf / dpa

Das passiert auch nicht alle Tage: eine volljährige Autofahrerin sitzt wegen des Verdachts der Unfallflucht vor Gericht. Und ihr Vater will den Verteidiger spielen. Da muss sich der Vorsitzende Richter am Amtsgericht in Bad Lobenstein zunächst kurz zurückziehen, um sich in der Strafprozessordnung schlau zu machen.

Letztlich wird dem Ansinnen des Vaters zugestimmt, sodass er neben seiner Tochter auf der Anklagebank Platz nehmen darf. Schon im Oktober vor zwei Jahren soll die jetzt 20-jährige Verkäuferin aus Schleiz mit ihrem VW Golf in Zeulenroda gegen einen Audi gestoßen sein. Ohne ihrer Pflicht nachzukommen, alle zur Schadensregulierung erforderlichen Daten zu hinterlassen, entfernte sie sich laut Anklage.

Anruf während der Heimfahrt

Der Vater bestätigt, dass es „zum kleinen Auffahrunfall“ gekommen sei. Längere Zeit habe die Tochter vor Ort gewartet und den Vater dann angerufen. „Ich habe ihr gesagt, sie soll eine Nachricht am Auto hinterlassen und dann nach der Heimfahrt in Schleiz direkt zur Polizei“, schildert der Vater. Unterwegs sei dann ein Anruf vom Audi-Besitzer gekommen und man habe sich verständigt, den Sachverhalt ohne Polizei zu klären. Eine Zahlung von 400 Euro als Schadensausgleich sei vereinbart worden. Davon wären 150 Euro auch beglichen.

Chance zum Schadensausgleich

„Eine Unfallflucht ist in dem Moment gegeben, wenn man den Unfallort verlässt, ohne alle zur Schadensregulierung erforderlichen Angaben zu hinterlassen“, wird seitens der Staatsanwaltschaft an die Rechtslage erinnert, dass eine zurückgelassene Telefonnummer bei weitem nicht ausreiche. Wenn sich der Geschädigte einen Anwalt nehme und Gerichtskosten entstünden, könne man an die offenen 250 Euro locker eine Null hängen, wird die Angeklagte auf mögliche Folgen hingewiesen.

Letztlich bekommt die junge Frau jetzt die Chance, binnen sechs Monaten den noch offenen Betrag der vereinbarten Summe von 400 Euro zu begleichen. Dann würde das Verfahren gegen sie eingestellt.