Gefell nimmt neuen Anlauf für Gemeindefusion

Gefell.  Der Gefeller Stadtrat spricht sich einstimmig für neue Sondierungsgespräche zu einer Neugliederung aus.

Die Stadt Gefell will wieder die Planungen zu einer möglichen Gemeindeneugliederung aufnehmen.

Die Stadt Gefell will wieder die Planungen zu einer möglichen Gemeindeneugliederung aufnehmen.

Foto: Sophie Filipiak

Die Stadt Gefell wird erneut Gespräche mit den angrenzenden Kommunen zu einer Gemeindeneugliederung aufnehmen.

Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend nicht nur, dass sich Gefells Bürgermeister Marcel Zapf (VBU/CDU) mit den Verwaltungschefs der Städte Hirschberg, Tanna und Bad Lobenstein sowie der Einheitsgemeinde Rosenthal am Rennsteig in Kontakt setzen, sondern auch dass der Regionalausschuss nach gut einem Jahr wieder seine Arbeit aufnehmen soll.

Nicht nur finanzielle Aspekte spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle, wie Marcel Zapf während der Stadtratssitzung erklärte. Auch die Personalfrage in der Stadtverwaltung macht das Wiederaufgreifen der Fusionsbemühungen notwendig. „Es fehlt an Nachwuchs“, so der Gefeller Bürgermeister. In Zukunft werde es noch schwieriger, Posten in der Verwaltung zu besetzen.

Fusionspläne lagen mehr als ein Jahr auf Eis

Marcel Zapf ließ vor der Abstimmung über den Beschluss auch das vergangene Jahr Revue passieren. „Wir waren bemüht, mit Hirschberg einen gemeinsamen Weg zu finden“, erinnerte der Gefeller Bürgermeister. Die Stadt hatte bereits eine Wunschliste für eine Fusion erarbeitet: unter anderen wollte Gefell den Verwaltungssitz in Gefell belassen, beide Freibäder erhalten und in Hirschberg eine Außenstelle des Bauhofes einrichten. Zudem hoffte man damals durch die Fusionsprämie den Schuldenberg vor allem der Stadt Hirschberg zu tilgen.

Aber es sollte alles anders kommen: Am 12. März 2019 tagte nicht nur der Stadtrat in Gefell, sondern auch in Hirschberg. In Gefell wurde nach einer kurzen Diskussion einstimmig für eine neue Landgemeinde gestimmt.

In Hirschberg kochten die Gemüter währenddessen über. Der Beschlussvorschlag der Bürgerinitiative Hirschberg, damals noch im Stadtrat vertreten, zur Auflösung der Stadt Hirschberg und der Bildung einer Landgemeinde mit Gefell wurde mehrheitlich abgelehnt.

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Damit lagen die Fusionspläne mehr als ein Jahr lang auf Eis. Ganz vom Tisch war die Idee eines Zusammenschlusses zwischen Hirschberg und Gefell aber nicht. In Hirschberg wird seit dem schicksalhaften Tag im März 2019 an einer Bürgerbefragung bezüglich einer Gemeindeneugliederung gearbeitet. Und nun will auch Gefell wieder seine Fühler nach den angrenzenden Kommunen ausstrecken.

„Wir sind keine Bittsteller“, konstatierte Jürgen Hörl (Freie Wählergemeinschaft Gefell/IG/ BI) in der Stadtratssitzung am Dienstagabend. „Wir haben eine positive finanzielle Bilanz.“ Vom Konzept einer Gemeinde bestehend aus Hirschberg, Gefell und Tanna sei er immer noch überzeugt.

Aber damit die Verantwortung und die Arbeit bei den Vorbereitungen für eine mögliche Fusion nicht allein auf den Schultern des Bürgermeisters ruhe, schlug Jürgen Hörl vor, den Regionalausschuss wieder ins Leben zu rufen.

Diese Anregung wurde gleich in den Beschlussvorschlag eingearbeitet und im Anschluss einstimmig vom Gefeller Stadtrat angenommen. „Wir legen uns aber nicht fest, das können wir derzeit auch nicht“, schloss Marcel Zapf seine Ausführungen. Denn es gebe noch zu viele Unbekannte in der Gleichung, die vor einer möglichen Fusion erst einmal geklärt werden müssten.