Geflügel im Raum Lehesten darf ab Montag wieder ins Freie

Peter Hagen
| Lesedauer: 2 Minuten
Die aufgrund einer drohenden Geflügelpest verhängten Sperrmaßnahmen in der Region Lehesten werden am kommenden Montag aufgehoben.

Die aufgrund einer drohenden Geflügelpest verhängten Sperrmaßnahmen in der Region Lehesten werden am kommenden Montag aufgehoben.

Foto: Marco Kneise

Lehesten  Das Veterinäramt des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt hebt die Sperrmaßnahmen nach erfolgreicher Bekämpfung der Geflügelpest zum 3. Mai auf.

Ab dem kommenden Montag, 3. Mai, sind die vom Veterinäramt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt erlassenen Allgemeinverfügungen mit Sperrmaßnahmen und Verbringungsverboten für Geflügelhalter in den Restriktionszonen um den Ausbruchsbestand der Geflügelpest aufgehoben. Damit kann auch im Gebiet der Stadt Lehesten das Geflügel wieder im Freien gehalten werden, teilt das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt mit.

Alle Tiere getötet

In dem Ausbruchsbetrieb mit einem kleinen Hühnerbestand in Rudolstadt mussten als Bekämpfungsmaßnahme alle Tiere getötet werden, wurde mitgeteilt. Der Tierhalter habe umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen durchgeführt, womit die Infektionsgefahr von dort gebannt sei. "Amtstierärztliche Untersuchungen von Geflügelbeständen haben keinen weiteren Verdacht ergeben", teilt das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt mit. Untersucht worden waren ausgewählte Bestände in einem Drei-Kilometer-Umfeld des Ausbruchsbestandes. Zudem seien die Bestände bei zahlreichen Tierhaltern geprüft worden, die Geflügel bei einem Händler gekauft hatten, der ungewollt auch infizierte Tiere in Thüringen abgegeben hatte.

Hinweis auf Schutzmaßnahmen

Zu beachten sei, dass in anderen Bundesländern noch immer die Geflügelpest bei Wildvögeln nachgewiesen wird. Zur Vermeidung eines möglichen Eintrages der Seuche in ihren Bestand sollen daher auch Hobbyhalter von Geflügel und anderen Vögeln folgende vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen einhalten: Das Angebot von Futter und Tränkwasser für Geflügel sowie die Lagerung von Futter und Einstreu dürfen nur an Stellen erfolgen, die für Wildvögel unzugänglich sind; Ställe oder sonstige Standorte von Geflügelhaltungen sind gegen unbefugten Zutritt sichern; die hygienische Reinigung der Hände ist vor jedem direkten Tierkontakt erforderlich; indirekte Eintragswege wie mit Schuhwerk, kontaminiertem Wasser oder verunreinigten Gegenständen müssen unterbunden werden; zwischen den Aufenthaltsorten von wilden Wasservögeln und Geflügelhaltungen sind funktionierenden physischen Barrieren zu errichten.

Bei Verdachtsfällen schnell handeln

"Bei Verdachtsfällen ist weiterhin schnelles Handeln erforderlich", fordert Amtstierarzt Stephan Zschimmer die Geflügelhalter auf. "Das können ungewöhnlich hohe Tierverluste, Krankheitsgeschehen im Bestand, Fressunlust, Verhaltensauffälligkeiten der Tiere oder ein Einbruch der Legeleistung sein." Dann müsse unverzüglich der bestandsbetreuende Tierarzt mit der Abklärung der Ursachen beauftragt werden.

Viren sind Auslöser

Die Geflügelpest wird durch Viren ausgelöst, wobei insbesondere Wasservögel als Reservoir bekannt sind. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfchen und kleine Partikel, beispielsweise an der Kleidung, sowie durch Kot. Bei der anzeigenpflichtigen Tierseuche sind insbesondere Hausenten, Hühner und anderes Geflügel hochansteckend. Die Viren können unter Umständen auch Menschen infizieren und schlimmstenfalls zu tödlichen Erkrankungen führen. Durch das Robert-Koch-Institut wird dieses Risiko jedoch als sehr gering eingeschätzt.