Hirschberg verkauft Wohnungsgesellschaft für einen Euro

Hirschberg  Niederländische Investoren wollen für 450.000 Euro sanieren

Die Wohnungsgesellschaft Hirschberg hat einen Käufer.

Die Wohnungsgesellschaft Hirschberg hat einen Käufer.

Foto: Nicole Weisflog

Die Stadt Hirschberg verkauft ihre Wohnungsgesellschaft Hirschberg mbH in Form von Geschäftsanteilen für einen symbolischen Euro an zwei niederländische Unternehmen. Das hat der Hirschberger Stadtrat am Dienstagabend bei zehn Ja- und einer Nein-Stimme beschlossen.

Die neuen Eigentümer der rund 200 Wohnungen werden die Baronie Real Estate BV und die Harthoorn Property Group BV. Eigentlich so erklärte der Noch-Geschäftsführer der Hirschberger Wohnungsgesellschaft, Aribert Ondrusch, sei die Wohnungsgesellschaft formal bereits einen Tag vor Heiligabend zum 1. Januar verkauft worden. Doch der Stadtrat müsse den Verkauf noch bestätigen und das Rücktrittsrecht des Kaufvertrages müsse erst verstreichen, bis der Verkauf dann mit dem Ablauf des 31. März besiegelt ist.

450.000 Euro sollen investiert werden

Guido Harthoorn, Geschäftsführer der Harthoorn Property Group BV, stellte auf der Stadtratssitzung seine Pläne für die Hirschberger Wohnungsgesellschaft gemäß den Nachfragen der Stadtratsmitglieder vor. Es sollen rund 450.000 Euro in die Objekte investiert werden und keine Häuser abgerissen werden. Badezimmer, Fliesen und Tapeten sollen erneuert werden, auch einige Fassaden wolle er sanieren.

Auf die Frage von Jens Eisentraut (CDU) nach einer sozialverträglichen Übernahme antwortete der Niederländer: „Wir haben auch nicht vor, die Mieten sofort zu erhöhen.“ Der 1. Ehrenamtliche Beigeordnete des Bürgermeisters, Benjamin Lill (Wählergemeinschaft Hirschberg), wollte wissen, wie sich die Übernahme auf die Personalstruktur der Gesellschaft auswirken werde. Guido Harthoorn antwortete, dass alle Mitarbeiter bis auf den Geschäftsführer, der er selbst sein werde, übernommen würden.

Nachfrage nach Montagewohnungen hoch

Eventuell würden die Zahl der Mitarbeiter sogar erhöht werden, da die Unternehmen auch Wohnungen in Selb, Hof und Könitz unterhielten, die dann von Hirschberg aus verwaltet werden könnten. Auf die Nachfrage von Jens Gemeinhardt (Wählergemeinschaft Hirschberg) nach der Mieterzielgruppe, antwortete der künftige Gesellschaftsgeschäftsführer, dass eine hohe Nachfrage an Wohnungen für Handwerker und größeren 3-Raum-Wohnungen bestehe. Doreen Bechert (Wählergemeinschaft Hirschberg) erläuterte in diesem Zusammenhang, dass mit Wohnungen für Handwerker möblierte Wohnungen für Montagegänger gemeint seien und bestätigte die Nachfrage dazu auf den Wohnungsmarkt.

Schulden gehen an neuen Eigentümer

Aribert Ondrusch erläuterte im Anschluss die Verkaufsgründe, insbesondere für den symbolischen Euro. Zwar habe es vom reinen Kaufpreis her bessere Angebote gegeben. Doch diese Interessenten wollten nur die Häuser kaufen, nicht die Wohnungsgesellschaft samt ihrer Schulden. So sei selbst ein Angebot von 5,3 Millionen Euro nicht lukrativ gewesen. Unter anderem aufgrund von Vorfälligkeitszinsen bei einer sofortigen Tilgung der Kredite nach Verkauf der Häuser. So hätte die Gesellschaft trotz der stattlichen Kaufsumme in die Insolvenz gehen müssen. Durch den Verkauf der kompletten Gesellschaft samt ihrer Schulden sei die Lage besser. Die Wohnungsgesellschaft habe einen jährlichen Sanierungsbedarf von rund 260.000 Euro, könne jährlich jedoch nur 20.000 Euro für Sanierungen erübrigen. Mit dem Käufer als finanzstarken Investor könne die Gesellschaft wieder leistungsfähig werden.