Höllentalbahn ein Thema beim Landratswahlkampf in Hof

Blankenstein.  Die Herausforderer des Amtsinhabers Oliver Bär (CSU) sprechen sich unmissverständlich für den Lückenschluss aus

Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) schaut sich im Bahnhof Lichtenberg die Modellbahnanlage zur Höllentalbahn an. Er persönlich ist ein großer Befürworter für die Reaktivierung dieser Bahnlinie.

Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) schaut sich im Bahnhof Lichtenberg die Modellbahnanlage zur Höllentalbahn an. Er persönlich ist ein großer Befürworter für die Reaktivierung dieser Bahnlinie.

Foto: Peter Hagen

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Beim Kommunalwahlkampf im benachbarten Oberfranken sprechen sich zwei der drei Landratskandidaten im Landkreis Hof für den Lückenschluss bei der Höllentalbahn aus. Klaus Horn (FDP) und Klaus Adelt (SPD) erkennen eine Notwendigkeit für diese Infrastrukturmaßnahme, während sich Amtsinhaber Oliver Bär (CSU) bei einem Bürgerforum etwas reservierter zeigte.

Landrat verweist auf München

„Natürlich ist die Verlagerung des Verkehrs grundsätzlich etwas Positives“, zitiert die Frankenpost Landrat Bär, der aber darauf hingewiesen habe, dass das Gebiet „besondere Sensibilität“ erfordere. Nach Ansicht des Amtsinhabers sei es die Aufgabe des Freistaats Bayern zu entscheiden, „ob die Notwendigkeit für einen Lückenschluss besteht“. Thüringen habe sich zumindest bislang klar positioniert, stellte Bär fest.

Als eindeutig pro Höllentalbahn werden die Aussagen von Klaus Adelt interpretiert. Weil die Bahnstrecke im Höllental durch ein Landschaftsschutzgebiet führe, sei zwar kein Ausbau nach ICE-Standard möglich. Aber der Lückenschluss wäre ein Gewinn, so Adelt.

Hinweis auf eine Ausweichroute

Adelt stellte zudem fest, dass die Bahnlinie nicht allein für Holztransporte benötigt werde, sondern dass es ihm auch um den Personenverkehr gehe. „Der Schienenverkehr wird in den nächsten Jahren das Rückgrat des Verkehrs werden“, wird Adelt zitiert.

Nach Ansicht von Klaus Horn, der sich übrigens deutlich vom Verhalten seines Parteikollegen Thomas Kemmerich bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen distanzierte, würde mit dem Lückenschluss bei der Höllentalbahn ein touristisches Gesamtgebiet erschlossen. „Wir brauchen den Lückenschluss nach Thüringen“, lautete eine Feststellung von Horn, wobei er die Frage aufwarf, ob die Bahnstrecke unbedingt durch das Höllental verlaufen müsse. Er sprach alte Pläne mit einer Ausweichstrecke an, die möglicherweise direkt am Freizeitzentrum Lichtenberg vorbeiführen könnte. Horn sieht es als Notwendigkeit, jetzt eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten.

Inzwischen gibt es einen offenen Brief an den Hofer Landrat Oliver Bär, in dem Fritz Sell als 1. Vorsitzender der Verkehrsinitiative Höllennetz darauf hinweist, dass nicht auf eine Positionierung des Freistaats Bayern zur Höllentalbahn gewartet werden dürfe. Demnach sei mit einem Schreiben des Bayerischen Verkehrsministeriums vom Juli vorigen Jahres deutlich gemacht worden, „dass der Freistaat von sich aus grundsätzlich keine Reaktivierungsmaßnahmen startet“. Vielmehr müsse der Wunsch eines solchen Verfahrens aus der Region an den Freistaat herangetragen werden. Zudem seien positive Beschlüsse aus den betreffenden Landkreisen und Städten erforderlich.

Offener Brief von Höllennetz

Die Verkehrsinitiative Höllennetz erhebt jetzt den Vorwurf, dass die Höllentalbahn in der Amtszeit des Landrats Oliver Bär „nachhaltig unter dem Tisch gehalten“ worden sei.

Nicht nachvollziehbar sei, dass für den ÖPNV-Umbau im Bereich des Altkreises Naila die Höllentalbahn inklusive einer Ertüchtigung der Strecke Hof - Bad Steben nicht als Herzstück einer Verkehrsneuplanung auf der Tagesordnung stehe. Ebenso setze die Verkehrsplanung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Projektes „Frankenwaldbrücke“ zu 90 Prozent auf den Pkw-Individualverkehr.

Schlüssel im Landratsamt Hof

„Dies ist nach unserer Meinung in der heutigen Zeit der Diskussionen zum Klimaschutz und zur Verkehrswende schlichtweg ein Unding“, empört sich Sell. An Oliver Bär gerichtet erinnert der Höllennetz-Chef: „Der Schlüssel zur Höllentalbahn liegt nicht in München, er hängt am Schlüsselbrett des Landratsamtes Hof – unbenutzt.“

Der komplette Brief der Verkehrsinitiative Höllennetz ist im Internet veröffentlicht unter www.hoellennetz.de

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