Hoher Investitionsstau bei Lehestens Feuerwehr

Lehesten.  Kameraden aus Lehesten bräuchten eine Drehleiter, neue Ausrüstung und ein neues Domizil. 2019 war ein einsatzreiches Jahr. Und es wird immer mehr.

Der Brand in Schmiedebach Anfang November war der größte Einsatz für die Lehestener Feuerwehr im alten Jahr.

Der Brand in Schmiedebach Anfang November war der größte Einsatz für die Lehestener Feuerwehr im alten Jahr.

Foto: Feuerwehr Lehesten

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Für die Floriansjünger der Schieferstadt heißt es weiter warten. „Leider ist in Sachen Brandschutzbedarfsplan noch immer nicht viel passiert “, sagt Lehestens Stadtbrandmeister Dennis Zwerrenz im Gespräch mit dieser Zeitung anlässlich des Jahreswechsels.

Nach wie vor benötige die Lehestener Wehr ein Drehleiterfahrzeug und einen weiteren Stellplatz dazu, der nach Zwerrenz Ansicht am besten mit einem Neubau der Wache zu schaffen wäre. Der Brandschutzbedarfsplan werde im Stadtrat sehr hinterfragt. „Ich verstehe das, es geht schließlich um eine Menge Geld“, so der 36-Jährige. „Aber wir brauchen endlich einen konkreten Fahrplan und Klarheit für Kameraden und Bürger.“ Zwerrenz nennt rund 1,5 Millionen Euro für das Drehleiterfahrzeug und einen eventuellen Neubau. Dazu kämen noch circa 20.000 Euro für neue Einsatzausrüstung, beispielsweise Uniformen und Schläuche. „Unsere ältesten Schläuche sind noch von 1984.“

„Natürlich haben wir die letzten 30 Jahre auch so überstanden“, fährt er fort. „Aber das Einsatzspektrum ändert sich. Es wird immer mehr und intensiver.“ Vor allem Zahl und Qualität der Vegetationsbrände habe stark angezogen. „Besonders auf den Feldern. Glimmte es früher meist nur, haben wir heute richtig große Brände.“ Auch der demografische Wandel bringe Herausforderungen: „Die Zahl alter Menschen wächst, und die neigen nun einmal eher zu Vergesslichkeit“, sagt er und nennt den Fall einer betagten Dame, die ein Tuch auf die heiße Herdplatte legte.

Hinzu komme, dass die Wehr mit 36 Quadratkilometern ein relativ großes Gebiet zu betreuen habe. Immerhin, der Nachwuchs scheint gesichert, das Interesse der jungen Lehestener an dem roten Ehrenamt ist groß. 36 aktive Kameraden zählt die Einsatzabteilung, Altersschnitt 35 Jahre. „Es braucht aber auch ältere, erfahrene Kameraden, die den Jungen zur Seite stehen.“ Doch auch für die wird es langsam eng in der alten Feuerwache. „Unser letzter Helmhaken ist belegt.“ Eigentlich erfreulich, aber für ihn auch Beweis für die drängende Platzfrage. Die ist es jedoch nicht mehr allein. „Wir hatten schon mehrere Kabelbrände hier“, sagt Zwerrenz; die Elektrik ist veraltet. „Priorität hat für mich aber die Drehleiter“.

Dabei betont der Stadtbrandmeister, dass er sich vor allem Klarheit durch eine politische Entscheidung wünscht. „Wenn der Stadtrat demokratisch entscheidet, dass wir zum Beispiel keine Drehleiter benötigen, akzeptiere ich das. Dann ist es an den Abgeordneten, diese Entscheidung und ihre Konsequenzen dem Bürger auch zu vermitteln“.

Obwohl mit Langmut ausgestattet, schließt Dennis Zwerrenz nicht aus, andere Wege zu gehen. Damit meint er, sich notfalls hilfesuchend an Kommunalaufsicht und Land zu wenden. Am Montag steht der Bedarfsplan wieder auf der Tagesordnung des nichtöffentlichen Ausschusses für Umwelt, Recht, Ordnung und Sicherheit.

Laut Lehestens Bürgermeister René Bredow (BI) und seinem Beigeordneten René Steinbach (FW) gibt es noch einige offene Punkte im Konzept zu klären. „Wir wollen nichts abwimmeln, aber das muss gut vorbereitet sein“, so Steinbach. „Der Bedarfsplan ist wichtig und in unserem eigenen Interesse“. Und Bredow: „Der Rat wird in einer seiner nächsten Sitzungen definitiv über den Plan entscheiden“.

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