Kommentar: Als Aleppo hilfreich war

Peter Hagen zum Umgang mit den unbeliebten Ruinen

Peter Hagen

Peter Hagen

Foto: Andreas Wetzel

Es scheint, als habe nahezu jeder Ort so seine Problemruine. Häuser, die sich seit Jahren im Leerstand befinden und verfallen geben nicht nur einen unschönen Anblick, sondern sie können schnell zum Domizil von Ungeziefer werden oder sogar zu einer direkten Gefahr durch einstürzende Bereiche.

Wohl jeder erinnert sich noch sehr gut an das alte Sanatorium in Bad Lobenstein, dessen Gebälk immer mehr in sich zusammenbrach und es nur eine Frage der Zeit gewesen ist, wann die Parkstraße verschüttet worden wäre. Glücklicherweise gab’s zwischendurch einen Amtswechsel in der Bürgermeisterstube und dann ging es relativ schnell, dass diese Ruine aus dem Zentrum der Kurstadt verschwand.

In Blintendorf hatte der Ortsteilbürgermeister von einem abrissreifen Haus eine Ansichtskarte angefertigt, auf der ein Vergleich mit Aleppo gezogen worden war. Sicher eine Streitfrage des guten Geschmacks. Aber immerhin weckte er damit das Interesse des Thüringer Ministerpräsidenten höchstselbst, sodass schnell die entscheidenden Stellschrauben gedreht und der Abriss durchgeführt werden konnten.

Beim Ebersdorfer Fall ist es eigentlich nur der Denkmalschutz, der irgendwas Erhaltenswertes zu sehen glaubt. Was das sein soll? Keine Ahnung!