Kommentar: Die Gesellschaft braucht Regeln

Peter Hagen zur provozierten Gefährdung durch „Querdenker“

Peter Hagen

Peter Hagen

Foto: Andreas Wetzel

Ob auch nur ein Mitglied der „Querdenker“-Bewegung mal kurz darüber nachdenkt, in welche Situation sie mit ihren gezielten Einkäufen ohne Maske das Verkaufspersonal bringen? Die Verkäuferinnen und Verkäufer in den Supermärkten und Geschäften sind zumeist Angestellte. Sie sind nicht nur täglich der Gefahr ausgeliefert, in Pandemiezeiten bei der Vielzahl der Kundschaft selbst angesteckt zu werden. Nein, dank „Querdenker“ müssen sie sich auch noch mit Querulanten rumärgern, die sich – von lauter Verschwörungen umzingelt – nicht nur öffentlich zum Affen, sondern auch strafbar machen.

Dass zu den führenden Köpfen der Bad Lobensteiner „Querdenker“-Gruppe ein vereidigter Bundeswehr-Berufssoldat gehört, wirft zusätzlich Fragen auf. Wie versteht er seine Pflicht, der Bundesrepublik „treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, wenn man sich mit Spinnern wie Xavier Naidoo, Ken Jebsen oder Attila Hildmann auf einer Wellenlänge sieht? Dann sollte er so konsequent sein und seinen Dienst quittieren, damit die Fronten klar sind.

In diesem Land genießen Andersdenkende alle Freiheiten. Doch damit eine Gesellschaft funktionieren kann, gibt es Regeln. Wie im Straßenverkehr. Wenn jeder bei Rot fährt, knallt’s.