Landkreis fordert personelle Konsequenzen nach Vorfällen bei Feuerwehr in Bad Lobenstein

Bad Lobenstein.  Thüringer Feuerwehrverband sieht in Beteiligung an rechtsextremer Chatgruppe keine Bagatelle

Das Bekanntwerden von rechtsextremen und rassistischen Inhalten einer Chatgruppe unter Bad Lobensteiner Feuerwehrleuten hat bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Das Bekanntwerden von rechtsextremen und rassistischen Inhalten einer Chatgruppe unter Bad Lobensteiner Feuerwehrleuten hat bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Foto: Peter Hagen / OTZ

Der Landkreis erwartet nach dem Bekanntwerden von rechtsextremistischen und rassistischen Vorfällen bei der Bad Lobensteiner Feuerwehr personelle Konsequenzen. Jürgen Hauck (CDU), 1. Beigeordneter des Landrats, reagierte schockiert auf die Medienberichte, in denen über Inhalte von Chatverläufen unter einzelnen Feuerwehrkameraden berichtet worden war.

Hauck erfuhr laut eigener Aussage erst aus den Medien von den Ermittlungen der Polizei. Ähnlich erging es Bad Lobensteins Bürgermeister Thomas Weigelt (parteilos), wie dieser gegenüber unserer Redaktion deutlich gemacht hatte. „Wir hätten derartige Vorgänge bei einer freiwilligen Feuerwehr der Region nicht erwartet, ganz besonders nicht in einer so anerkannten Truppe wie in der Stadt Bad Lobenstein“, so Hauck. Er erwarte von Bürgermeister Weigelt entsprechende Maßnahmen.

Schaden vom Ehrenamt abwenden

„Die Personalhoheit für die ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehren liegt beim Bürgermeister der jeweiligen Stadt, hier bei der Stadt Bad Lobenstein. Wir appellieren an den Bürgermeister, schnellstmöglich personelle Konsequenzen einzuleiten“, erklärt Hauck. Damit soll dafür gesorgt werden, dass der verdienten Anerkennung der über 2500 ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten im Saale-Orla-Kreis kein Schaden zugefügt werde.

Ermittlungsergebnis wird abgewartet

Gegenüber unserer Redaktion hatte Weigelt bereits klargestellt, das Ergebnis der laufenden Ermittlungen abwarten zu wollen, wobei ein Verfahren bereits mit einem Strafbefehl abgeschlossen worden ist, während eins noch läuft. Ein drittes Ermittlungsverfahren war inzwischen eingestellt worden. „Erst wenn Urteile vorliegen sollten, wäre über personelle Konsequenzen nachzudenken“, hatte Weigelt angekündigt.

Extremismus wird nicht toleriert

Eine Reaktion zeigten am Donnerstag der Thüringer Feuerwehrverband und die Thüringer Jugendfeuerwehr. Wer sich an rechtsextremen Debatten beteiligt, hat in der Feuerwehr nichts verloren, heißt es in einer Erklärung. „Die Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Chatgruppe ist keine Bagatelle – sie verletzt die Grundwerte von Feuerwehr und demokratischem Zusammenleben.“ Dieses Verhalten schade dem Ansehen der Feuerwehren als Ganzes. „Wir erwarten von unseren Mitgliedern und insbesondere von unseren Jugendfeuerwehrwarten und Engagierten in der Jugendarbeit, dass sie sich für diese Werte einsetzen und sich entschieden gegen jede Form von Extremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit stellen“, so der Verband, „als Jugendverband tolerieren wir keinerlei politischen Extremismus und schließen all diejenigen aus unserer Feuerwehrgemeinschaft aus, die nicht bereit sind aktiv für unsere Werte einzutreten.“