Langsam wird‘s lächerlich: Peter Hagen zum Fall Thimmendorf

Wählen bis der Arzt kommt oder einfach mal jetzt die Reißleine ziehen? Schaut man sich das Desaster um die Ortsteilbürgermeisterwahl in Thimmendorf an, kann‘s eigentlich nur eine Antwort geben.

Am meisten können einem die Wahlhelfer leid tun, die mit bestem Pflichtbewusstsein den Pfingstsonntag damit verbracht hatten, für die Katz zu arbeiten. Denn es war von vornherein klar gewesen, dass die beiden zur Wahl stehenden „Kandidaten“ das Amt nicht annehmen werden. Egal, wer der „Sieger“ werden würde. So viel Ehrlichkeit wünschte man sich übrigens im Vorfeld von Wahlen bei den Scheinkandidaten unter den Landräten und Bürgermeistern.

In Thimmendorf steht augenscheinlich niemand dafür bereit, die Verantwortung als Ortsteilbürgermeister zu übernehmen. Also gehört diese Funktion ganz einfach abgeschafft. Der Protest dürfte sich in Grenzen halten. Denn niemandem steht es jetzt zu, seine Stimme dagegen zu erheben. Es sei denn, man hat doch noch plötzlich selbst Ambitionen, dieses Ehrenamt zu übernehmen. Doch das ließ sich in den zurückliegenden Wochen nicht ­erkennen. Wahlen ohne ernsthafte Kandidaten ziehen jedenfalls auf Dauer die Demokratie in die Lächerlichkeit.

Thimmendorf: Nachwahlen oder Aufhebung des Ortsteiles