Layas Rollstuhl ist nun für jedes Gelände geeignet

Bad Lobenstein.  Dank Spenden hat die Neunjährige, die in ihrer Bewegung eingeschränkt ist, nun einen Trekkingvorbau für ihren Rollstuhl

Die neunjährige Laya und ihre Mutter Isabell Watzek  freuen sich über die Spende von Ralf Adam, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (r.), und Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla. 

Die neunjährige Laya und ihre Mutter Isabell Watzek  freuen sich über die Spende von Ralf Adam, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (r.), und Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla. 

Foto: Sophie Filipiak

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Ihre schwere Krankheit sieht man der neunjährigen Laya Watzek nicht an. Aber sie kann aufgrund der Glasknochenkrankheit nicht so herumtoben wie ihre Altergenossen und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Dank zahlreicher Spenden, unter anderem vom DRK Saale-Orla und der Kreissparkasse Saale-Orla, wurde nun ein Trekkingvorbau für den Rollstuhl finanziert.

Stillsitzen kommt für Laya Watzek nicht in Frage. Während sich Ralf Adam, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, und Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saale-Orla, mit ihrer Muter unterhalten, macht sie das, was alle neunjährigen Kinder tun, wenn sie sich langweilen. Sie flechtet Zöpfe in das Kunstfell auf dem Sofa, klettert über die Lehne der Couch und zappelt mit ihren Füßen, die in rosa Socken stecken.

Klettergerüste sind keine Herausforderung

Trotz ihrer hibbeligen Art ist Laya in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sie kann nicht laufen und muss auf einige Aktivitäten verzichten. In der Bad Lobensteiner Wohnung robbt sie blitzschnell hin und her. Klettern macht ihr nichts aus, sie liebt ihr Hochbett und auch Klettergerüste. „Ich habe keine Höhenangst“, erklärt sie.

Sie erlebt ihre Welt ohne Angst. 20 Operationen hat sie schon durchmachen müssen. Derzeit fahren sie und ihre Mutter alle sechs Monate nach Köln. Laya nimmt dort an einer Studie teil, bei der ihr Antikörper gespritzt werden, um den Aufbau des Kollagens zu fördern. „Erst kribbelt es nur ein bisschen im Oberschenkel, da bekomme ich die Spritze hin“, erklärt Laya. „Aber dann brennt es dann doch sehr. Aber das vergeht ja auch wieder.“

Rollstuhl ist nun für viele Gelände geeignet

Jeder Lebenssituation kann Laya etwas Positives abgewinnen. Ein Symptom der Glasknochenkrankheit ist Kurzsichtigkeit, deshalb muss die Neunjährige eine Brille tragen. „Aber ich kann die Bügel abnehmen und austauschen“, sagt sie. Derzeit bevorzugt sie Bügel mit vielen unterschiedlichen Emojis.

Einiges, aber nicht alles für Laya wird von der Krankenkasse bezahlt. So ist ihre Familie auch auf Spenden angewiesen, beispielsweise beim Kauf eines neuen Autos, das genügend Platz für den Rollstuhl bietet. Dieser verfügt nun dank des DRK und der Kreissparkasse über einen Trekkingvorbau. So ist dieser fahrbare Untersatz, der im Übrigen auch über bunt leuchtende Räder verfügt, für jedes Gelände geeignet.

Großer Lebenswunsch einer Neunjährigen

„Meine besten Freunde sitzen auch im Rollstuhl“, so Laya. „Sie haben aber nicht das gleiche wie ich, sondern haben Muskelschwäche.“ Die Neunjährige trifft ihre Kumpels meist während der Schule. Laya besucht die Michealisschule und Freie Montessori-Gemeinschaftsschule in Bad Lobenstein. „Ich mag es dort sehr. Ich treffe dort meine Freunde.“ Zwar wird sie nicht benotet, aber die Lehrer und auch ihre Mutter Isabell Watzek sind mit ihren schulischen Leistungen mehr als zufrieden.

Laut aktuellen Forschungen mindern sich die Symptome der Glasknochenkrankheit, sobald die Erkranken in die Pubertät kommen. Und auch die Studie, an der Laya in Köln teilnimmt, verspricht einigen Erfolg. Laya jedenfalls hat schon sehr große Pläne für die Zukunft. „Ich will Lehrerin werden“, erklärt die Neunjährige sehr bestimmt. „Dann kann ich für viele Schüler, die im Rollstuhl sitzen, ein Vorbild sein.“

Osteogenesis Imperfecta, auch Glasknochenkrankheit genannt, behindert den Aufbau von Kollagen. Daher können die Knochen der Erkrankten sehr leicht brechen und sich verformen. Viele leiden auch an Muskelschwäche, Kleinwuchs, Kurzsichtigkeit und Schwerhörigkeit. Ursache ist ein Gendefekt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis Imperfecta Betroffene kommen auf 100.000 Einwohner nur rund vier bis sieben Fälle der Glasknochenkrankheit.

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