Leben und Sterben zusammendenken: Christine Josiger vom Hospizdienst Weimar - Bad Lobenstein im Interview

Bad Lobenstein.  Christine Josiger, Leiterin des Hospiz- und Palliativberatungsdienstes der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein über ihre Arbeit und Erfahrungen

Die Mitarbeiterinnen des ambulanten Hopizdienstes Anne-Katrin Schmidt, Koordinatiorin in Saalfeld, Leiterin Christine Josiger, und Anke Schmidt, Koordinatiorin in Bad Lobenstein/Schleiz (v. l.)

Die Mitarbeiterinnen des ambulanten Hopizdienstes Anne-Katrin Schmidt, Koordinatiorin in Saalfeld, Leiterin Christine Josiger, und Anke Schmidt, Koordinatiorin in Bad Lobenstein/Schleiz (v. l.)

Foto: Sandra Smailes / Diakoniestiftung

Seit 18 Jahren leitet Christine Josiger den Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Diakoniestiftung Weimar - Bad Lobenstein. In dieser Zeit ist es gelungen, ein tragendes Netzwerk aufzubauen, um dem Grundanliegen der Hospizarbeit – der Begleitung der Menschen am Lebensende –Rechnung zu tragen. Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Diakoniestiftung ist in den Landkreisen Saale-Orla und Saalfeld-Rudolstadt vertreten. Mittlerweile gibt es in Bad Lobenstein, Oppurg, Schleiz, Saalfeld, Rudolstadt und Wurzbach Hospizbegleitergruppen. Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer wurden in Kursen für den Dienst ausgebildet.

Worauf legen Sie den größten Wert, Frau Josiger?

Im Mittelpunkt stehen der sterbende Mensch und seine Angehörigen. Es geht darum, die Bedürfnisse, die Wünsche, die Hoffnungen, die Ängste und die Erwartungen wahr zu nehmen und die Betroffenen zu ermutigen, diese Phase bewusst anzunehmen und zu leben.

Wie arbeitet Ihr Hospizdienst?

Ein ambulanter Hospizdienst besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Wir sind in privaten Haushalten, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern tätig. Ohne die Ehrenamtlichen wäre unser Dienst undenkbar. Sie sind es, die nach einem speziellen Kurs Schwerkranke sowie Sterbende begleiten und Ansprechpartner für die Angehörigen sind. Natürlich unterstützen sich Familien gegenseitig, geben sich Halt und Hilfe. Und doch kann es vorkommen, dass Betroffene oder Angehörige mal ein Ohr brauchen, das „anders“ hört – eine Hand von anderer Seite, die sicher hält. Unsere Ehrenamtlichen sind Gesprächspartner, Zuhörer, Entscheidungsfindehelfer, Beter und Berater. Sie gehen auf Ängste, Zweifel und Nöte ein, beantworten Fragen und unterstützen bei der Wunscherfüllung am Lebensende. Wir kommen, wenn wir gerufen werden und ziehen uns wieder zurück, wenn unser Dasein nicht mehr benötigt wird.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie in ihrer Tätigkeit machen dürfen?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Schwerkranke über die Dinge, die sie beschäftigen, reden möchten. Wir werden Vertraute, wenn uns Menschen über ihre Vergangenheit berichten, ihre Wünsche und Hoffnungen offenbaren und uns in ihre Ängste einweihen. Segen begleitet unsere Arbeit, und lässt diese so gut gelingen.

Mehr Informationen bei Christine Josiger unter Telefon 036651/39893989 oder per E-Mail an Hospiz.Lobenstein@diakonie-wl.de