Meine Meinung: Eine kaputte Feder

Peter Hagen zum Service, den es bald nicht mehr gibt.

Peter Hagen

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Foto: Andreas Wetzel

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Einmal den Schlüssel wie üblich ins Schloss gesteckt und linksherumgedreht – peng! Das war’s dann wohl. Völlig widerstandslos lässt sich der Schlüssel in alle Richtungen bewegen. Nur zusperren, das geht nicht mehr. Also das alte Schloss aus der uralten Tür montieren und beim „Eisen-Fischer“ hoffen, dass er ein passendes Einbauschloss parat hat. „Lass mal da, ich schau, was ich machen kann“, sagt der Mann hinterm Ladentisch.

Wenige Stunden später geht’s nochmal zu dem Laden in der Bad Lobensteiner Poststraße. Ob ein passendes Schloss gefunden worden ist? Es liegt das alte auf dem Ladentisch – schade. Doch dann die überraschende Auskunft: „Ich habe noch eine Feder gefunden.“ Das alte originale Schloss wurde repariert. Erleichterung!

Das ist der Unterschied. Ein Handwerker, der vom Fach ist, hilft vor Ort. Ein Service, der leider irgendwann einmal der Vergangenheit angehören wird. Hier bekommt man noch einzelne Schrauben und Muttern und man muss nicht gleich einen Hunderterpack kaufen, wenn nur vier Unterlegscheiben benötigt werden. Im Internet gibt es diesen Service nicht. Und jeder Einkauf, welcher dort getätigt wird, geht dem Service vor Ort an den Kragen. Irgendwann wird auch das alte Schloss nicht mehr repariert. Dann braucht es wegen einer kaputten Feder eine neue Tür.

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