Bad Lobensteiner Hof erhält Thüringer Bio-Preis 2020

Bad Lobenstein.  Die Ökologische Landwirtschaft Steinbock erhält für ihre Weidemilch den Thüringer Bio-Preis in der Kategorie „Unverarbeitetes Bioprodukt“.

Henning Steinbock aus Bad Lobenstein gewann bei der Verleihung des Thüringer Bio-Preises 2020 mit der Weidemilch seiner ökologischen Landwirtschaft den 1. Platz der Kategorie „Unverarbeitetes Bio-Produkt“. 

Henning Steinbock aus Bad Lobenstein gewann bei der Verleihung des Thüringer Bio-Preises 2020 mit der Weidemilch seiner ökologischen Landwirtschaft den 1. Platz der Kategorie „Unverarbeitetes Bio-Produkt“. 

Foto: Ingo Glase

Die Ökologische Landwirtschaft Steinbock in Helmsgrün hat am Samstag den Thüringer Bio-Preis 2020 in der Kategorie „Unverarbeitetes Bioprodukt“ für ihre frische Weidemilch erhalten. Insgesamt 73 Bewerbungen von 38 Unternehmen, Verbänden und Institutionen aus dem Freistaat waren zum Wettbewerb „Bio-Preis Thüringen 2020“ eingegangen.

Henning Steinbock vom gleichnamigen Biohof bezeichnet sich auf der Website des Unternehmens selbst als „Landwirt aus Leidenschaft“. Im Gespräch wird schnell klar, warum: „Das Wort Bio ist leicht ausgesprochen. Bei Bio gehören aber mindestens 50 Prozent Überzeugung dazu.“ Bei manchen Dingen helfe schlichtweg kein Förderprogramm.

Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Landwirte

Umso mehr freue er sich über den Preis. „Es ist eine Art Wertschätzung gegenüber unserer Arbeit“, sagt der Landwirt. Die unabhängige Jury besteht unter anderem aus Vertretern der Verbraucherberatung, der Wissenschaft, der Biobranche und des Thüringer Bauernverbandes. Der Bio-Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 13.500 Euro dotiert.

Landwirtschaftsminister Benjamin-Immanuel Hoff verlieh den Bio-Preis 2020. In seiner Laudatio sagte er an den Biohof Steinbock gerichtet: „Hier muss ein Paradies für Milchkühe sein“ und erklärte: „Einmal nachts um zwei Uhr und einmal nachmittags um 13 Uhr stehen die Kühe am Tor der Weide und wollen gemolken werden. In dem modernen Fischgrätenmelkstand wird die Milch gereinigt und in den Milchtank gepumpt, der unter anderem die Milchtankstelle versorgt. Hier füllen sich vorrangig Privatleute rund um die Uhr ihre Weidemilch in mitgebrachte Glasflaschen ab.“

Ein kleinerer Teil der Weidemilch aus Bad Lobenstein werde an eine nahe gelegene Hofkäserei geliefert. Den größten Teil der Biomilch beziehe die bayerische Milchindustrie, um daraus Biokäse oder Biomozarella herzustellen.

Preisgeld wird unter den Mitarbeitern aufgeteilt

Auf die Frage, was der Bad Lobensteiner Erstplatzierte mit dem Preisgeld anfange, überlegt er nicht lange. „Das Geld wird unter den Mitarbeitern aufgeteilt, um ihnen gegenüber die Wertschätzung auszudrücken, die sie verdienen. Jeder von ihnen und uns hat etwas dazu beigetragen, dass wir diesen Preis für das Produkt bekommen haben.“

Seit der Gründung des Betriebes habe man biologisch gewirtschaftet. Bis zum Jahr 2000, als „Bio“ dann auch eine entsprechende Kennzeichnung erhielt, habe man auch alles zu konventionellen Preisen abgegeben. Ab 2000 habe sich das Unternehmen dann auch offiziell auf Biohof umgestellt.

Den Unterschied zu Bio schmecke man, wie der Landwirt erzählt. Ein gutes Beispiel ist das Siegerprodukt Weidemilch. Von April bis November sei man Tag und Nacht mit 270 Kühen auf der Weide, auf der auch viele Wildkräuter wachsen – anders als auf manch anderen Wiesen. Deswegen enthalte die Milch mehr Omega-3-Fettsäuren, was man auch an der Farbe erkenne. „Sie ist ein bisschen gelber“, erklärt Henning Steinbock.