Mord und Totschlag aus Weisbach

Weisbach.  Freizeitautorin Ulrike Wolf aus Weisbach veröffentlicht ihren ersten Kurzroman mit dem Titel „Nebeltann“

Ulrike Wolf aus Weisbach hat ihren ersten Kurzroman nun veröffentlicht. Es handelt sich zum einen um die traurige Lebensgeschichte einer jungen Frau nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum anderen um einen Krimi. 

Ulrike Wolf aus Weisbach hat ihren ersten Kurzroman nun veröffentlicht. Es handelt sich zum einen um die traurige Lebensgeschichte einer jungen Frau nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum anderen um einen Krimi. 

Foto: Sophie Filipiak

„Die Welt ist nicht rosa“, so Ulrike Wolf aus Weisbach. „Daher schreibe ich keine Happy-Ends.“ Diesem Grundsatz bleibt sie auch in ihrem neuesten Werk treu. Nach ihren „Schlechte-Nacht-Geschichten“ hat sie nun einen Familienkrimi geschrieben.

Auf der Flucht

Im 75 Seiten starken Kurzroman „Nebeltann“ erzählt die 51-Jährige die fiktive Geschichte der jungen Zilli, die im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht vor der roten Armee ihre Familie verliert. Sie findet eine neue Bleibe auf einem abgelegenen Bauernhof, der dem brutalen Bauer Johannes gehört. Durch welches Martyrium die junge Frau gehen muss, bis der grausame Mann aus unerklärlichen Gründen plötzlich das Zeitliche segnet, erfahren die geneigten Leser bei der Lektüre des Buches.

„Nebeltann“ ähnelt dem äußeren Anschein nach dem Roman „Tannöd“ von Andrea Maria Schenkel. Dieser basiert auf dem bis heute nicht aufgeklärten Mordfall auf dem Einödhof Hinterkaifeck. „Diese Geschichte kenne ich auch“, so Ulrike Wolf. Über die Vorfälle, bei denen 1922 sechs Menschen, darunter zwei Kinder ermordet wurden, habe die Autorin zwar eine Dokumentation gesehen, aber mit ihrem Roman habe das gar nichts zu tun.

Aus heiterem Himmel

„Meine Geschichte hat keine Bezüge zu real existierenden Menschen oder Orten“, so Ulrike Wolf. Im Vorfeld habe sie kaum recherchiert, wie so oft kam ihr die Idee zu dem Roman plötzlich wie aus heiterem Himmel. Sie schrieb einige Seiten der Geschichte, aber ungefähr in der Mitte der Geschehnisse kam die Autorin nicht weiter. Ein halbes Jahr ruhte „Nebeltann“ in der Schublade, bis wieder plötzlich der Einfall kam und der Rest der Geschichte sich fast wie von selbst schrieb.

„Ich habe lange überlegt, ob ich noch ein Buch veröffentlich soll“, sagt die 51-Jährige. 2017 veröffentlichte sie mit Eigenmitteln die „Schlechte-Nacht-Geschichten“. Es handelt sich um eine Reihe von Krimi-Kurzgeschichten, in denen die Täter nicht immer ihre gerechte Strafe bekommen. Lange habe sie gezögert, ob sie Nebeltann publizieren solle, aber wie schon bei ihrem Erstlingswerk waren Familie und Freunde die antreibende Kraft.

Zuspruch und Nachfrage

„Meine Tochter sagte zu mir, dass wäre das Beste, was ich bisher fabriziert hätte“, sagt die Hobbyautorin. Sie habe gesagt, dass die Leser merken werden, dass Ulrike Wolf den Roman geschrieben habe. „Die Figuren reden wie ich oder erwähnen die gleichen Redewendungen“, so die Weisbacherin. Auch ihre Freunde hätten in den vergangenen Monaten immer wieder nachgefragt, wann Ulrike Wolf ihr nächstes Werk veröffentlicht.

Angefangen habe Wolf mit dem Schreiben ihrer Geschichten erst vor einigen Jahren. Bücher waren aber schon immer ein fester Bestandteil in ihrem Leben. „Heute können sich das Kinder gar nicht mehr vorstellen, aber ich bin ohne Fernseher groß geworden“, erzählt Ulrike Wolf. Daher vertrieb sie sich mit Lesen die Zeit. Edgar Allan Poe, der Meister des Obskuren und Morbiden.

Dass ihr erstes Buch erschien, war beinahe Zufall. Ulrike Wolf nahm an einem Schreibwettbewerb der Westfälischen Reihe mit. Sie gewann zwar keinen Preis, aber der Verlag bot der Hobbyautorin an, ihre Kurzgeschichten zu veröffentlichen. Und so kam damals eines zum anderen. Einige Geschichten hat Ulrike Wolf noch in petto, aber mit der dritten Veröffentlichung will sie sich noch Zeit lassen.