Verkaufsrückgang und Hygieneaufwand in der Corona-Krise bei Autohändler in Bad Lobenstein

Bad Lobenstein.  Wie das Autohaus Eisenberger aus Bad Lobenstein den Start der Corona-Pandemie erlebte.

Kathrin Hofmann desinfiziert das Lenkrad eines Werkstatt-Leihwagens vom Autohaus Eisenberger.

Kathrin Hofmann desinfiziert das Lenkrad eines Werkstatt-Leihwagens vom Autohaus Eisenberger.

Foto: Oliver Nowak

Die Corona-Pandemie mit den Infektionsschutzregeln, aber auch die Angst der Bürger vor Ansteckung haben die Automobilhäuser in den vergangenen Monaten stark gebeutelt. Teilweise sind die Verkäufe um bis zu 80 Prozent zurückgegangen, der Aufwand innerhalb der Häuser hat hingegen stark zugenommen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Als es mit der Corona-Pandemie und den Schutzauflagen Ende März und Anfang April richtig anfing, ist der Autoverkauf auf nahezu null eingebrochen", erzählt Elmar Eisenberger, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Bad Lobenstein. Auch die Werkstattaufträge seien so massiv eingebrochen, dass Kurzarbeit angemeldet wurde. „Aber dann kamen doch wieder mehr Aufträge, wodurch wir von der Kurzarbeit absahen“, schildert der Autohausbesitzer. Anfangs seien es nur absolut notwendige Reparaturen gewesen, weshalb einige Kunden das Autohaus besuchten, nach wenigen Wochen habe sich das Arbeitsaufkommen für die Werkstatt jedoch normalisiert. „Das liegt auch stark an der Saison des Reifenwechsels. Was sich allerdings nicht normalisiert hat, ist der Verkauf, eigentlich sind die Monate März, April und Mai die Hauptsaison im Verkauf, dieses Jahr liegen wir aber gerade einmal bei 60 Prozent im vergleich zum Vorjahreszeitraum“, schildert Eisenberger.

Nach Kundenkontakt müssen Autos desinfiziert werden

Spürbar wurde das beispielhaft an einem Kunden aus dem Bundesland Bayern, der zwei Wochen lang sein neues Auto nicht abholte. „Er war sich nicht sicher, ob das Abholen eines neuen Autos aus einem benachbarten Bundesland als triftiger Grund gewertet wird, nach dem er sein Haus während der Ausgangssperre verlassen darf“, erzählt der Autohausbesitzer. Gleichzeitig wurde auch der Arbeitsaufwand im Autohaus höher. Jedes Fahrzeug, das als Werkstattleih- oder Mietwagen abgegeben wurde, musste nach der Benutzung desinfiziert werden. Gleiches galt für Autos nach Probefahrten. Wobei die Probefahrten die Kunden nur allein machen, um den Kontakt zwischen Verkäufer und Kunden so gut es geht zu reduzieren. „Alle Bereiche, die der Fahrer während der Nutzung normalerweise berührt, werden dann nach der Fahrt desinfiziert; Lenkrad, Türgriffe, Schalthebel, Radio und so weiter“, zählt Eisenberger auf.

Wobei es gar nicht so einfach war, an Schutzmaterial wie Desinfektionsmittel zu kommen. „Auf das Sprühdesinfektionsmittel habe ich nur eine Woche warten müssen, weil eine Firma aus Österreich noch Restbestände hatte. Doch bei dem Betriebsmittelausstatter, von dem ich in der Regel beziehe, hat es ganze sechs Wochen gedauert, bis ich mein Handdesinfektionsmittel für die Spender erhalte, obwohl diese Ware eigentlich zum Standardsortiment des Händlers gehört.“ Auch auf Infektionsschutzhandschuhe habe der Autohausbesitzer gute zwei Wochen warten müssen, bei den Masken kam der Kollege Zufall zu Hilfe. „Eine Kundin von uns arbeitet in der Textilindustrie und hat uns kochfeste Masken, die sie dort zurzeit fertigen, besorgt“, erzählt Eisenberger.

Zudem hat er einen Reinigungsplan erarbeitet, nachdem mehrmals täglich alle vakanten Bereiche, mit denen Mitarbeiter und Kunden in Kontakt kommen, desinfiziert werden. Relativ einfach sei hingegen die Beschaffung von Plexiglas-Trennscheiben für den Empfangstresen und die Kundenberatungsplätze gewesen. „Die Betriebsmittelausstatter verkaufen sie, aber auch unsere Werbefirmen vor Ort, wie zum Beispiel Röhlig bieten sie als Maßanfertigung an“, erzählt Eisenberger.

Zwar werde immer versucht, den Kontakt von Mitarbeitern und Kunden so gering wie möglich zu halten, nur sei das gerade im Autohaus nicht so einfach. Zum Beispiel wenn die Innenausstattung eines Fahrzeug vorgeführt werden soll. „Viel liegt natürlich auch immer an dem Verständnis der Kunden für die Situation. Viele arrangieren sich mit den gebotenen Einschränkungen und Handlungsempfehlungen, andere eher weniger.“ Problematisch wird es, wenn es ums Abschleppen von defekten Fahrzeugen geht. Da der Fahrer des defekten Fahrzeugs während des Abschleppvorgangs nicht in seinem Wagen sitzen bleiben darf, kommt er mit in die Fahrerkabine des Abschleppfahrzeugs. Deshalb haben die Mitarbeiter auch immer Masken und Handschuhe mit dabei, wenn ein Fahrzeug abgeschleppt werden muss.