Viele Absagen und einige Alternativen: Weihnachtsmärkte im Saale-Orla-Kreis

Bad Lobenstein.  Trotz Absage vieler Weihnachtsmärkte im Saale-Orla-Kreis sind Veranstaltungen für die Adventszeit geplant

Auf das traditionelle Schaugießen an Heiligabend in der Heinrichshütte müssen die Besucher vorerst nicht verzichten.

Auf das traditionelle Schaugießen an Heiligabend in der Heinrichshütte müssen die Besucher vorerst nicht verzichten.

Foto: Peter Hagen / Archiv

Die Vorfreude auf Weihnachten ist in diesem Jahr getrübt. Immer mehr Weihnachtsmärkte werden abgesagt. Einige traditionelle Veranstaltungen sind dennoch geplant, zudem werden auch Alternativen angeboten, um ein wenig Adventsstimmung im Dezember zu verbreiten.

Die Gründe, warum die Weihnachtsmärkte in der Region abgesagt werden, sind in jeder Gemeinde und Stadt fast gleich. Aufgrund der massiven Einschränkungen bezüglich der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Verordnungen sei die Organisation mit einem großen Aufwand verbunden. Das Einbahnstraßensystem, die Einlasskontrollen, die Begrenzung der Besucher, die sich gleichzeitig auf einem Platz aufhalten dürfen, ein drohendes Alkoholverbot, die Maskenpflicht sowie die nicht zu gewährleistende Kontaktnachverfolgung seien Argumente, die gegen die Durchführung sprechen.

Außergewöhnlicher Adventskalender

Daher wurde auch in Bad Lobenstein der Weihnachtsmarkt abgesagt. Jedoch gab es schon vor dieser schlechten Nachricht Pläne für einen außergewöhnlichen Adventskalender. Für die Vorweihnachtszeit ist zudem eine Premiere in Vorbereitung: Die Musikschule Saale-Orla plant einen musikalischen Adventskalender sowohl in Bad Lobenstein als auch in Pößneck. Jeden Tag soll es eine kleine Aufführung an einem anderen Ort der Stadt geben. „So haben die jungen Musiker, obwohl Konzerte ausfallen, die Gelegenheit, vor Publikum aufzutreten“, sagt Claudia Sievers vom Bad Lobensteiner Kulturamt. Die Anfangszeit für die Konzerte, die 20 bis 30 Minuten dauern werden, bleibt immer gleich, jedoch wechseln die Auftrittsorte. Und das unabhängig von Wetter. Dank eines Förderpaketes konnte die Kreismusikschule Pavillons zum Schutz der Musiker anschaffen. Die Aktion wird in Kooperation mit den jeweiligen Stadtverwaltungen realisiert.

An der Tradition festhalten

Auch in Wurzbach ist der Weihnachtsmarkt abgesagt worden. Es fehle an Personal und technischen Möglichkeiten, um die Personenzahl auf dem Markt zu kontrollieren, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Der Marktplatz sei zudem nicht sehr groß, daher müsste entweder die Besucherzahl stark reduziert oder weniger Buden als gewöhnlich aufgestellt werden. Daher wäre der Weihnachtsmarkt unter den gegebenen Umständen umsatztechnisch nicht tragbar.

Aber das technische Schaudenkmal „Gießerei Heinrichshütte“ plant an der Tradition des Schaugießens an den Feiertagen festzuhalten. „Das Ferienprogramm mussten wir leider auch dieses Mal wegen der Vorgaben ausfallen lassen“, sagt Leiterin Jessica Neumann am Donnerstag. Denn der Einrichtung fehlt es an geeigneten Räumen, um bei den Märchenstunden den Mindestabstand einhalten zu können. Aber das Schaugießen am 24. Dezember soll nach vorläufigen Planungen stattfinden. „Momentan gehen wir davon aus, dass wir an Heiligabend geöffnet haben“, so Jessica Neumann. „Aber wir wissen auch nicht, wie es in ein paar Wochen bezüglich der Corona-Entwicklung aussehen wird.“

Absagen über Absagen

Neben Bad Lobenstein und Wurzbach hat auch die Gemeinde Rosenthal am Rennsteig bereits kundgetan, dass fast alle größeren Veranstaltungen in den Ortsteilen zur Weihnachtszeit abgesagt wurden. So wird es in Blankenstein kein Lichtlefest auf dem Selbitzplatz geben ebenso wie in Pottiga das traditionelle Pyramidenanschieben. Schon vor einigen Wochen wurde entschieden, dass in diesem Jahr kein Romantischer Weihnachtsmarkt in Blankenberg stattfinden wird. In Neundorf wurde der Sauweihnachtsmarkt abgesagt.

Meine Meinung