Vor 23 Jahren in Dreba beringt: Mäusebussard nach 8386 Tagen in Langenschade wiedergefunden

Ein vor 23 Jahren bei Dreba beringter Mäusebussard (Buteo buteo) ist kürzlich in Langenschade bei Unterwellenborn wiedergefunden worden. Der Greifvogel hat ein selten hohes Alter erreicht.

Ein Mäusebussard. Foto: Naturschutzbund

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Dreba/Langenschade. Über diesen Wiederfund nach 8386 Tagen und 13 Kilometer vom Beringungsort entfernt hat die Beringungszentrale Hiddensee (Mecklenburg-Vorpommern) den Ornithologen Jürgen Auerswald aus Dreba informiert, der den Greifvogel damals beringt hatte.

"Der Wiederfund ist der Beleg für ein selten erreichtes hohes Alter", weiß Jürgen Auerswald die Information der Beringungszentrale einzuschätzen. Dabei sei der Mäusebussard älter als 23"Jahre, weil Jürgen Auerswald ihn nicht als Nestling, sondern als Fängling beringt hatte. Das Tier könnte also damals schon zwei oder drei Jahre alt gewesen sein, vermutet der Ornithologe.

Jürgen Auerswald hatte den weiblichen Mäusebussard am 24. April 1990 beringt. Am 9. April 2013 hat Andreas Bleck aus Langenschade den Vogel sterbend beziehungsweise frischtot in Langenschade gefunden. Den einst am Bein des Tieres angelegten Ring, der durch eine Nummer Auskunft über den Beringungsort gibt, hat er daraufhin offensichtlich an die Beringungszentrale Hiddensee gesandt. "Finder eines solchen Ringes sind aufgefordert, diesen zur wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung zu stellen", erklärt Jürgen Auerswald. Die Beringungszentrale wiederum informiert den Beringer.

So hat Jürgen Auerswald nun erfahren, dass der einst von ihm beringte Mäusebussard ein sehr hohes Alter erreicht hat. "Das gelingt mir in meinem Leben sicher nicht noch mal", glaubt er.

Wie alt Mäusebussarde üblicherweise werden, sei schwer zu sagen, so der Ornithologe.

Diese Greifvögel seien aber hinsichtlich des Nahrungserwerbs sehr anpassungsfähig. So würden sie auch mal außergewöhnliche Witterungsperioden überstehen, wenn es keine Mäuse gibt, die ihre Hauptnahrung sind.

Das Gefieder des Mäusebussards variiere von Dunkelbraun bis fast Weiß. Die helle Gefiedervariante sei dabei der des vor allem im Winterhalbjahr in Nordosteuropa beheimateten Raufußbussards (Buteo lagopus) verwechselnd ähnlich. Dieser sei in der hiesigen Region unregelmäßig zu sehen und durch den Laien kaum zu unterscheiden.

Die Beringung von Vögeln erfolgt übrigens nach Programmen, die von der Vogelwarte ausgearbeitet werden, erklärt Jürgen Auerswald.

Bild 1: Ein Mäusebussard.Foto: Naturschutzbund

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