Großeinsatz bei Waldbrand bei Kleingeschwenda nach Blitzschlag

Kleingeschwenda.  Großalarm für Feuerwehren in den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla: Mit einer geschickten Strategie konnte der schwierig zu erreichende Brand an einem Steilhang schnell gelöscht werden.

Löschen am steilen Hang: Der Brandort befand sich am Dornberg.

Löschen am steilen Hang: Der Brandort befand sich am Dornberg.

Foto: Peter Hagen

Vermutlich durch Blitzschlag ist am Mittwochnachmittag unweit des Lothrabachtales ein Waldbrand entfacht worden. Zunächst zwölf Feuerwehren aus den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla wurden alarmiert. Weitere Einsatzkräfte sind nachgefordert worden. Es war mit einem mehrstündigen Einsatz zu rechnen.

Ein Gewitter zog mit Blitz und Donnergroll über die Region hinweg. Örtlich sehr begrenzt gab es einige Niederschläge. Doch insgesamt sind die Wälder derzeit nahezu ausgetrocknet. Seit Tagen gilt die Waldbrandgefahrenstufe 3, womit auf eine mittlere Gefahr der Entstehung von Bränden hingewiesen wird. Das hat zunächst noch einen rein informativen Charakter für den Waldnutzer, während es mit der nächstfolgenden Waldbrandgefahrenstufe bereits erste Einschränkungen bei der Nutzung gibt. Wie ernst die Waldbrandgefahr ist, sollte durch Naturgewalt demonstriert werden. Gegen 13.15 Uhr wurde bemerkt, dass es nach einem heftigen Blitzschlag eine starke Rauchentwicklung gab. Gleich mehrere Anrufer meldeten der Rettungsleitstelle in Saalfeld ihre Beobachtung.

Löschwasser im Pendelverkehr

Es wurde Großalarm ausgelöst. Um die 15 Feuerwehren, DRK und Bergwacht bekamen den Einsatzbefehl, zum Brandort am Dornberg unweit von Kleingeschwenda auszurücken. Es wurde ein kreisübergreifender Einsatz, denn aus Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla rollten die Einsatzfahrzeuge an. André Lange von der Steinsdorfer Feuerwehr hatte die Einsatzleitung und musste den Überblick behalten. „Wir haben zwei Teiche in Kleingeschwenda, aus denen wir im Pendelverkehr das Löschwasser heranholen“, war von ihm zu erfahren.

Während also aus den einen Tanklöschfahrzeugen das Wasser über mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen zum Brandherd gepumpt wurde, besorgten andere Tanklöschwagen bereits den Nachschub. Auch ein Traktor-Gespann mit Wasserbehälter half, dass die Löschwasserspritzen nicht pausieren mussten.

Hubschrauber scheitert am Wetter

Am Einsatzleitwagen skizzierte Kreisbrandinspektor Frank Thomzyk die wichtigsten Informationen auf eine Tafel. Welche Kräfte sind bereits vor Ort, welche wurden noch alarmiert und befinden sich auf der Anfahrt – bei einem derartigen Großereignis gilt es einmal mehr, die Übersicht zu behalten. „Überlegt wurde, einen Hubschrauber zum Löscheinsatz zu bringen“, erklärte Thomzyk. Doch die Wetterlage ließ den Anflug nicht zu.

Für die Feuerwehrkräfte an der vordersten Front war es eine besondere Herausforderung. Denn der Brandherd befand sich direkt in einer Steilwand. „Wir gehen von 150 mal 200 Metern aus“, beschrieb Thomzyk die Brandfläche nach ersten Einschätzungen. Um einen besseren Überblick zu bekommen und später auch mögliche Brandnester zu erkunden, war die Bergwacht Meuselbach mit ihrer Drohne alarmiert worden.

Kurz nach 16 Uhr gelöscht

Beim Beginn des Löscheinsatzes war noch von einer mehrstündigen Herausforderung auszugehen. Daher war auch die Betreuungsgruppe des DRK Saalfeld in Bewegung gesetzt worden. Doch das zielgerichtete Vorgehen der Löschtrupps erwies sich als äußerst wirksam. Kurz nach 16 Uhr war der Leitstelle mitgeteilt worden, dass das Feuer aus sei. Ob eine Brandwache vor Ort verbleibt, sollte noch entschieden werden.

Bisher 19 Waldbrände seit März in Thüringen

Von März bis Mai waren in diesem Jahr in Thüringen 19 Waldbrände registriert worden. Das entspricht laut Thüringenforst den Ereignissen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Brandflächen waren im vorigen Jahr allerdings mit knapp 18 Hektar deutlich größer, denn in diesem Jahr konnten die Feuer auf gut vier Hektar begrenzt werden. Bis 2022 will Thüringenforst 155 Feuerlöschteiche in den Wäldern instandsetzen und zusätzliches technisches Gerät beschaffen, um noch besser für die Waldbrandbekämpfung gewappnet zu sein.