Waldfläche der Natur überlassen – Exkursion im Revier Bad Lobenstein

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Exkursion im Revier Bad Lobenstein. Grenzbereich zwischen Waldbesitzern und Wiederbewaldung nach Borkenkäferbefall diskutiert

Exkursion im Revier Bad Lobenstein. Grenzbereich zwischen Waldbesitzern und Wiederbewaldung nach Borkenkäferbefall diskutiert

Foto: Forstamt Schleiz

Bad Lobenstein.  Grenzbereich zwischen Waldbesitzern und Wiederbewaldung nach Borkenkäferbefall diskutiert

Die Wiederaufforstung nach den letzten durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferkalamität geprägten Jahren, war das Hauptthema des Waldbeganges am Samstag. Die Forstbetriebsgemeinschaft „Obere Saale“ unter dem Vorsitz von Elisabeth Funk hatte ihre Mitglieder zu dieser Frühjahrsfortbildung geladen.

Der Einladung folgten circa 80 Mitglieder, welche sich im Koseltal (Forstrevier Bad Lobenstein) trafen. Durch Revierförster Jens Baumann wurden wurden zunächst die kleinteiligen Besitzstrukturen im Revier und die damit verbundenen Schwierigkeiten in der Steuerung der anfallenden Arbeiten thematisiert. Der nächste Exkursionspunkt fand sich an einer 0,6 Hektar großen Fläche, auf welcher die letzten alten Fichten bereits 2014 geerntet worden sind. Seither wurde die Fläche sich selbst beziehungsweise der Natur überlassen. Mittlerweile bietet sich dem Betrachter eine Baumartenmischung aus Fichte, Birke, Eberesche und vereinzelt Kiefern, Lärche, Ahorn und Eiche. Den angereisten Waldbesitzern wurde die weitere Behandlung einer solchen Fläche erläutert. Durch Dickungspflege ist insbesondere die Förderung der selteneren Baumarten von Bedeutung. Auch Bäume mit schlechten Wuchsformen sollten zu diesem Zeitpunkt herausgepflegt werden, wie das Schleizer Forstamt mitteilte.

Schlagruhe von bis zu zwei Jahren

Eine intensive Diskussion zum Thema Wiederbewaldung nach Borkenkäferbefall kam in Gang. Etwas Geduld bei geplanten Pflanzaktionen sei angebracht. Empfohlen wird eine Schlagruhe von bis zu zwei Jahren – bei Aufforstung auch mit Nadelholz –, um den drohenden Befall durch Rüsselkäfer zu entgehen. Auch die Entstehung eines Vorwaldes etwa aus Eberesche, Birke und Weide hat ihre Berechtigung. Die Natur erbringt viele Leistungen von selbst, man muss ihr jedoch Zeit lassen. Es können immer noch Ergänzungspflanzungen durchgeführt werden, wo der Wald es nicht von allein schafft oder man die Naturverjüngung mit wertvollen und seltenen Baumarten anreichern möchte.

Bei einer Kahlfläche auf einer Anhöhe wurde die Behandlung von großen Flächen mit verschiedenen Eigentümern thematisiert. Unter anderem wurde der Grenzbereich zwischen Waldbesitzern diskutiert, welcher auf jeweils 1,5 Metern Breite möglichst Baumfrei sein sollte. Der Revierförster betonte, dass dadurch eine übersichtlichere Arbeitsweise möglich sei. Besonders auf schmalen Flurstücken ist dies mitunter nicht immer möglich.

In absehbarer Zeit soll diese Exkursion auch für die breite Öffentlichkeit angeboten werden