Wanderschuhe statt Schwimmflossen

Rosenthal am Rennsteig.  Trotz Corona-Pandemie ist die Touristinfo der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig zufrieden mit der Wandersaison

Zwar registrierten sich weniger Besucher als in den Vorjahren, dennoch herrschte bei schönem Wetter Betrieb auf dem Rennsteig.

Zwar registrierten sich weniger Besucher als in den Vorjahren, dennoch herrschte bei schönem Wetter Betrieb auf dem Rennsteig.

Foto: Peter Michaelis

Flüge nach Mallorca zeitweise nicht erlaubt und der Italienurlaub musste für viele auch ausfallen. Einige machten aber das Beste aus der Situation, begaben sich auf Schusters Rappen und erkundeten den Rennsteig. Daher ist Wilma Fidyka-Wirth von der Touristinfo der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig sehr zufrieden mit der vergangenen Wandersaison, die in diesem Jahr deutlich kürzer ausgefallen ist.

Verspäteter Saisonstart

Eigentlich fällt immer am 1. April der Startschuss in der Saison. In diesem Jahr musste er aber coronabedingt ausfallen. So konnte die Touristinfo erst am 25. Mai wieder öffnen. Viel zu tun gab es damals aber nicht für Wilma Fidyka-Wirth und ihre Kollegin Katja Melang. „Der Zustrom ist nur minimal. Das bedeutet aber nicht, dass keine Wanderer und Fahrradfahrer in der Region unterwegs sind. Aber die Touristen haben vieles selbst organisiert“, sagte damals Wilma Fidyka-Wirth.

Auch jetzt suchen nur wenige Wanderer den Weg in die Touristinfo, die noch Ende November im Museum „Rennsteig und Mee(h)r“ residiert. „Die meisten Anfragen kommen per Mail oder die Leute rufen bei uns an“, so Wilma Fidyka-Wirth.

Insgesamt 13.105 Gäste wurden zwischen Mai und Oktober in Blankenstein registriert. Davon 4922 Wanderer, 5458 Radfahrer und 2358 Tagesgäste. „Im vergangenen Jahr konnten wir zwar rund 21.000 Besucher verbuchen, aber dafür ging die Saison auch länger“, erläutert Wilma Fidyka-Wirth. Zudem gibt sie zu bedenken, dass viele Wanderer sich während des ersten Lockdowns nicht registrieren konnten, so dass es in diesem Jahr eine hohe Dunkelziffer gibt.

Ihren Stempel konnten sich die Wanderer, ob zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, aber nicht nur in der Touristinfo holen, sondern auch in den Servicestellen, wie der Raststätte am Wanderstützpunkt, der Pension „Am Rennsteig“, dem Gasthaus „Rennsteig“ und dem Service-Center Nowack.

„Eigentlich wollten wir ja nach Malle fliegen“

Erfreulicherweise waren in diesem Jahr mehr Familien und Jugendliche auf den Rennsteig unterwegs, berichtet Wilma Fidyka-Wirth. „Es war schon toll zu sehen, wie viele Kilometer vor allem die Kinder geschafft haben.“ Einen Satz hörte sie in diesem Jahr besonders oft: „Eigentlich wollten wir ja nach Malle fliegen.“ Die meisten Gäste waren begeistert über das Wandererlebnis, das sich ihnen bot.

„Aber einige beklagten sich auch, dass zu wenig Unterhaltung geboten werde“, so Wilma Fidyka-Wirth. „Sie hatten erwartet, rund um die Uhr bespaßt zu werden, aber das konnten und können wir nicht bieten.“ Zumal in diesem Jahr einige größere Veranstaltungen ausfallen musste, die noch mehr Gäste angelockt hätten. Im Juni wurden sowohl der Rennsteigstaffellauf wie auch der Tag der offenen Tür in der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal abgesagt. Dafür konnte in der Gemeinde der Tag des offenen Denkmals im September gefeiert werden. Es gab Fahrten mit der Feldbahn in Blankenberg und auch die Museen hatten geöffnet.

Die freie Zeit während die Touristinfo geschlossen war nutze Wilma Fidyka-Wirth, um den Rennsteig zu erkunden. „Ich habe aufmerksam alles unter die Lupe genommen und geprüft, ob am Wegesrand auch alles in Ordnung ist“, erklärte sie. Daher habe sie zwar länger für einzelne Abschnitte in der Region gebraucht, aber so ergaben sich viele Gelegenheiten, um mit anderen Wanderern und Läufern ein Schwätzchen zu halten. Ein Beispiel dafür, dass trotz Corona-Krise die Menschen auf unterschiedliche Weise zusammenfinden.

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