Werkstattkosten für Schrottwagen in Hirschberg nicht bezahlt

Bad Lobenstein.  Nach einem Verkehrsunfall blieb der Abschleppdienst auf offener Rechnung sitzen

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Foto: Peter Michaelis

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Der Verdacht des Betruges stand im Raum, als ein 29-jähriger Mann auf der Anklagebank im Bad Lobensteiner Amtsgericht Platz nehmen musste. Nach einem Verkehrsunfall war dessen Auto abgeschleppt und bei einer Werkstatt untergestellt worden, die dafür bislang kein Geld gesehen hatte.

Unfall passierte vor vier Jahren

Weit zurück liegt der Vorfall. Schon im Februar 2016 war der Verkehrsunfall passiert. Aus eigener Kraft konnte der Pkw nicht weiterfahren, weshalb eine Firma damit beauftragt worden war, das Auto abzuschleppen und zu verwahren. Dafür fielen Abschleppkosten von 488 Euro an zuzüglich 10,50 Euro für jeden Tag, an dem das Auto nicht abgeholt worden ist. Am Ende stand eine offene Gesamtsumme von 1081 Euro.

„Ich habe keine Rechnungen bekommen“, wehrte sich der Angeklagte, der in Bad Kissingen wohnt. Er selbst habe versucht, die Firma herauszubekommen, was ihm aber nicht gelungen sei. Gerne sei er bereit, die angefallenen Abschleppkosten zu begleichen. Aber zusätzlich die tägliche Standgebühr zu entrichten, das sehe er nicht ein. Er habe derzeit gar nicht so viel Geld, wäre aber zu einer Ratenzahlung bereit.

Auto inzwischen verschrottet

„Das Auto war Schrott und ist inzwischen entsorgt worden“, erklärte der Inhaber einer Werkstatt in Hirschberg bei seiner Zeugenaussage. Kurz schilderte er, dass ihm der Auftrag zur Abholung erteilt worden war, nachdem der Verkehrsunfall passierte. Die in Rechnung gestellten Beträge auch für die Unterstellung seien üblich.

Das Gericht bemühte sich um eine salomonische Lösung. Wie sich zeigte, hatte der Angeklagte, ein Rumäne, in seinem Heimatland das Auto abgemeldet. Als Fremder sei es ihm möglicherweise tatsächlich nicht gelungen herauszubekommen, wo der Schrottwagen verblieben war. Alle Seiten erklärten sich damit einverstanden, dass Verfahren vorläufig einzustellen mit der Auflage, dass der Angeklagte bis Ende April die 488 Euro Abschleppkosten als Geldauflage an die Werkstatt bezahlt. Ist der letzte Euro angekommen, wird die Sache endgültig abgeschlossen sein.

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