Auf dem Weg zum Umbau des Kreisfeuerwehrzentrums

Wintzingerode.  Katastrophenschutz und Sanitäts- und Betreuungszug könnten mit auf das Gelände bei Wintzingerode ziehen. Stadt Leinefelde-Worbis sorgt für Baurecht.

Das Feuerwehr Zentrum des Landkreises Eichsfeld bei Wintzingerode könnte ein Zentralstandort für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst werden. 

Das Feuerwehr Zentrum des Landkreises Eichsfeld bei Wintzingerode könnte ein Zentralstandort für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst werden. 

Foto: Eckhard Jüngel

Die 16 Fahrzeuge des Katastrophenschutzes Eichsfeld stehen derzeit in gemieteten Hallen in Worbis. An sich kein Problem, nur wird da der Platz knapp, sollten neue Fahrzeuge dazu kommen. Da kommt der Plan des Landkreises, das Gelände des Feuerwehrzentrums bei Wintzingerode auszubauen, gerade recht. Dort soll der Aufgabenbereich Brandschutz mit dem des Katastrophenschutzes und des Rettungsdienstes kombiniert werden.

Nun hat der Hauptausschuss der Stadt Leinefelde-Worbis in seiner jüngsten Sitzung zum einen einer Änderung des Flächennutzungsplanes des Gebietes des Kreisfeuerwehrzentrum zugestimmt. Auch wurde ein Aufstellungsbeschluss zu einem Bebauungsplan beschlossen. Die Stadt ist also auf dem Weg, Baurecht zu schaffen. Die Sache kommt ins Rollen.

Idee zu Garagen und Sozialtrakt aber noch offen

Idealerweise und in die Zukunft gedacht, würde das bedeuten, dass am Standort bei Wintzingerode Garagen und ein Sozialtrakt entstehen, erklärt Dominik Dietrich, Sachbearbeiter für Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Landratsamt. Die Fahrzeuge aus Worbis zögen ein und die vorhandenen Räumlichkeiten könnten für Schulungen genutzt werden. Das Schulungszentrum für den Landkreis befindet sich nämlich schon dort. Ebenso wie die Atmenschutz- und Schlauchwerkstatt. Vier Mitarbeiter sind vor Ort beschäftigt.

Thomas Müller, stellvertretender Kreisbrandinspektor, erklärt, dass es dazu aber noch keinen Beschluss vom Kreistag gibt. Ob, wann und in welchem Umfang dort gebaut wird, ist also noch völlig offen.

124 Kameraden im Sanitäts- und Betreuungszug

Dominik Dietrich würde sich über einen solchen Zentralstandort freuen. Der Katastrophenschutz des Landkreises, erklärt er, besteht aus verschiedenen Einheiten. Der Sanitäts- und Betreuungszug (SBZ) ist einer davon. In ihm sind momentan 124 Kameraden zusammengezogen. Wenn ausgerückt wird, müssen 42 vorgehalten werden.

Weiterhin gehören der Gefahrenzug sowie die Einsatzzüge 1 und 2 dazu. Die Fahrzeuge dieser Züge stehen im Gegensatz zu denen des Sanitäts- und Betreuungszuges dezentral in den einzelnen Feuerwachen des Eichsfeldes. Und das werde in jedem Fall auch so bleiben, sagt Dominik Dietrich.

SBZ-Zugführer Florian Blacha vom DRK Kreisverband Eichsfeld macht in diesem Zusammenhang auf einen Vorteil der Zentralisierung aufmerksam. „Wenn 42 Kameraden den Zug füllen, reisen die mitunter mit 42 Autos an und die müssen irgendwo abgestellt werden, wo sie keinen stören.“ Das sei in Worbis manchmal gar nicht so einfach gewesen, gerade wenn ein Einsatz mehr als ein paar Stunden dauert.

Zug rückt aus, wenn es viele Betroffene gibt

Einsätze sind zum Beispiel der jüngste Bombenfund in Nordhausen, aber auch Verkehrsunfälle und verheerende Brände. „Der Katastrophenschutzzug wird alarmiert, wenn ein Unglück viele Betroffene hervorbringt“, sagt Dominik Dietrich. Und dann sind die beiden Parts des Sanitäts- und Betreuungszuges gefragt. Erstere können medizinisch helfen. Der Betreuungspart kocht zum Beispiel und sorgt für eine Unterkunft.

Dafür sind die Autos des Zuges hervorragend ausgerüstet. „Wenn nötig können die Kameraden ein provisorisches Zuhause aufbauen“, sagt Dominik Dietrich. Vom Teebeutel über die Zahnbürste und das Taschentuch, Spielzeug und Schnuller für die Kleinen bis hin zu Toilettenpapier und einem Feldkochherd wird alles mitgebracht. Auch Trainingsanzüge, Schuhe, Betten, Decken und Zelte gehören zur Ausrüstung der Wagen. Diese können sich, so der Sachbearbeiter, quasi autark versorgen, wenn die Lebensmittel vorhanden sind.

Der Katastrophenschutzzug rückt ungefähr zehn mal im Jahr aus. Zuletzt wurde er beim Wohnhausbrand in Bornhagen, dem Dachstuhlbrand in Kalteneber und der Evakuierung in Nordhausen angefordert.

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