Haftstrafe für 24-jährigen Planenschlitzer

Eichsfeld.  Legosteine im Wert von fast 55.000 Euro auf dem Lkw-Rastplatz „Eichsfeld“ entwendet.

Das Amtsgericht Mühlhausen legte zwei Jahre und zwei Monate Haft wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall fest.

Das Amtsgericht Mühlhausen legte zwei Jahre und zwei Monate Haft wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall fest.

Foto: Uli Deck / dpa

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber sie mahlen. Vier Jahre nach einem schweren Diebstahl auf dem Rastplatz „Eichsfeld“ an der A 38 ist einer der Planenschlitzer verurteilt worden. Das Amtsgericht Mühlhausen legte zwei Jahre und zwei Monate Haft wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall fest.

Der 24-Jährige aus Polen bleibt im Gefängnis, auch wenn das Urteil nicht rechtskräftig ist. Der nächtliche Beutezug wäre vermutlich nie aufgeklärt worden, wenn es nicht kurze Zeit später kurz vor Leipzig einen schweren Unfall gegeben hätte. Dabei blieb die Lego-Ladung im Wert von fast 55.000 Euro unversehrt. Der Fahrer flüchtete vom Unfallort. Nicht etwa im Schockzustand – nein, er hatte etwas zu verbergen. Ein ohnehin in der Nähe fahrender Pkw war schnell per Handy angerufen, dann konnte die Planenschlitzerbande nach Polen fliehen.

DNA-Spuren führen zu Haftbefehl

Zurück ließen sie DNA-Spuren, die zwei Jahre später zum Erlass eines Haftbefehl führten. Doch bevor der Mann aus Polen ausgeliefert werden konnte, musste er dort eine Haftstrafe absitzen. Im Sommer dieses Jahres war es so weit. Die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft Gera hatte endlich Erfolg und konnte ein weiteres Bandenmitglied vor Gericht stellen.

Dort gab er zu, damals dabei gewesen, aber nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Das Jugendschöffengericht war da ganz anderer Meinung. Bei der nächtlichen Aktion gab es keinen passiven Helfer oder Zuschauer. Angesicht der häufige Polizeistreifen auf dem Parkplatz musste schnell gehandelt werden. 325 Karton mit Lego-Baukästen – da wurde jede Hand gebraucht.

Wegen der Spurenlage waren sich die Richter sogar sicher, dass der Angeklagte am Steuer des Transporters saß, der später verunglückte. Dort habe der Fährtenhund seine Spur aufgenommen, die sich dann vermutlich an der Stelle verlor, wo ihn seine Landsleute mit dem Pkw abholten. DNA-Spuren fanden sich an einer Trinkflasche, an Schuhen und einem Schal, die zweifelsfrei dem Unglückstransporter zuzuordnen waren.

Lego-Baukästen gehen zurück an Besitzer

Auch die unweit vom Unfallort gefundenen SIM-Karten gehörte ihm. Mit deren Hilfe hatte er den Notruf abgesetzt. Laut Urteil sind die Männer nach Deutschland eingereist, um auf Rastplätzen Lkw mit wertvoller Ladung aufzuschlitzen. Im Falle der Lego-Steine entstand nur ein Schaden an der Lkw-Plane. Die Baukästen konnten an den Besitzer zurückgegeben werden. Vier Wochen vor Weihnachten ein entgangenes Geschäft für die Diebe und Glück im Unglück für den tschechischen Lkw-Fahrer, der die Ware kurzzeitig verloren aber dann wiederbekommen hat.

„Es ist eine Frechheit, mit welcher Penetranz Sie immer wieder nach Deutschland kommen und Straftaten begehen“, hieß es im Urteil. Der Verurteilte hat trotz seines jungen Lebens schon mehrere Vorstrafen in beiden Ländern erhalten. Zwischen den Taten saß er zumeist im Gefängnis. Im Sommer ist er nach Deutschland, direkt aus der polnischen Haft, ausgeliefert worden. Wenn das Urteil rechtskräftig wird, wird er wohl wieder dorthin abgeschoben.

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