Hunderte Eichsfelder feiern Einweihung des Kanonenbahn-Radweges

Volksfeststimmung an drei Stationen. Pedalritter testen gleich die Strecke, die einiges zu bieten hat.

Am 31. Oktober wurden alle Bemühungen belohnt: Der Kanonenbahn-Radweg wurde seiner Bestimmung übergeben. Und das war ein Grund zum Feiern.

Am 31. Oktober wurden alle Bemühungen belohnt: Der Kanonenbahn-Radweg wurde seiner Bestimmung übergeben. Und das war ein Grund zum Feiern.

Foto: Sigrid Aschoff

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15 Jahre Vorbereitung, zwei Jahre Bauzeit von 2017 bis 2019, ein Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro bei einer 90-prozentigen Landesförderung und jede Menge Arbeit. Heute wurden alle Bemühungen belohnt: Der Kanonenbahn-Radweg wurde seiner Bestimmung übergeben. Und das war ein Grund zum Feiern.

Hunderte Fahrradfahrer, Interessierte und am Bau Beteiligte waren bereits am Vormittag an den Dingelstädter Bahnhof zur Einweihung des Radwegekreuzes gekommen. Temperaturen um den Gefrierpunkt taten der Begeisterung keinen Abbruch. Alle Generationen waren vertreten – vom kleinen Jungen auf dem Kinderfahrrad bis zur Seniorin auf dem E-Bike.

Es herrschte Volksfeststimmung bei Bratwurst, Glühwein und Blasmusik. Andreas Fernkorn (CDU), Bürgermeister der Landgemeinde Stadt Dingelstädt, begrüßte die Gäste und bedankte sich bei allen, die sich für den Kanonenbahn-Radweg engagiert hatten, besonders bei Dingelstädts Altbürgermeister Arnold Metz und der Küllstedter Bürgermeisterin und CDU-Landtagsabgeordneten Christina Tasch, die von Anfang an dabei waren. „Die ersten beiden Abschnitte von Lengenfeld unterm Stein nach Großtöpfer und von Dingelstädt an der B 247 nach Küllstedt wurden bereits 2017 übergeben. Heute nun werden die letzten beiden Abschnitte von Küllstedt nach Lengenfeld und der Lückenschluss zum Unstrutradweg und dem Unstrut-Hahle-Radweg eingeweiht“, sagte Andreas Fernkorn unter dem Beifall der Gäste.

Eichsfelder feiern Einweihung des Kanonenbahn-Radweges

Dann wurden das Radwegekreuz und der 270 Meter lange Lückenschluss gesegnet. Im Anschluss machten sich die Pedalritter auf dem neuen Weg auf zur nächsten Feststation an diesem Tag: dem Küllstedter Bahnhof. Dort hatte sich ebenfalls eine große Festgemeinde versammelt, die das Ereignis gebührend feiern wollte. Bürgermeisterin Christina Tasch freute sich wie ihre Amtskollegen über die große Resonanz und erinnerte ihrerseits noch einmal daran, wie aus einer Vision endlich Wirklichkeit wurde, die nun für das Südeichsfeld neue touristische Möglichkeiten eröffnet.

„Es war eine schwere Geburt“, sagte die Küllstedterin mit Blick auf die viele Arbeit, die geleistet worden war, und die Rückschläge, die es in den Jahren gegeben hatte. Doch sie und ihre Mitstreiter gaben nicht auf, glaubten an den Erfolg. Und der zeigt sich bereits, denn schon bevor der Kanonenbahn-Radweg heute offiziell eingeweiht wurde, tummelten sich auf der Strecke viele Radfahrer und Spaziergänger. „Es ist der schönste Radweg in Thüringen“, meinte die Eichsfelderin und ließ nicht unerwähnt, dass auch für den Umweltschutz, genau gesagt die Fledermäuse, einiges getan wurde, beispielsweise habe das Große Mausohr im Tunnel eigene Wohnungen bekommen.

Anfangs kritisch sah Landrat Werner Henning (CDU) das Projekt, doch er unterstützte es. „Mit mahnenden Worten und helfender Hand“, wie Christina Tasch erklärte. Henning selbst sprach heute von einer sehr komplizierten Rechtskonstruktion, die gelungen sei und machte den beteiligten Kommunen ein Kompliment.

Ein großes Dankeschön sagte Christina Tasch Vize-Landrat Gerald Schneider sowie allen weiteren Beteiligten. Jetzt muss es laut ihr noch an die Beschilderung und die Vermarktung des Kanonenbahn-Radweges gehen. Auch in Küllstedt gab es den kirchlichen Segen für den neuen Weg, wurde „Großer Gott wir loben dich“ gesungen und noch dazu das Eichsfeldlied. Dann wurde mit musikalischer Umrahmung gefeiert. Doch nicht sehr lange, denn weiter ging es zum letzten Etappenort nach Lengenfeld unterm Stein, wo Landgemeindebürgermeister Andreas Henning die Festgemeinde willkommen hieß. Auf über 28 Kilometern führt der Radweg durch mehrere Tunnel und über vier Brücken (nicht über das Viadukt in Lengenfeld unterm Stein).

Die Radfahrer können an der Strecke aber nicht nur eine herrliche Landschaft genießen, es gibt auch einiges Interessantes zu entdecken: Am Dingelstädter Radwegekreuz treffen drei überregionale Radwegeverbindungen aufeinander: der Unstrutradweg, der Unstrut-Hahle-Radweg und der Kanonenbahn-Radweg. Ein kleiner Abstecher zur Unstrutquelle bei Kefferhausen lohnt sich zudem. Ein Blickfang ist auch das Unstrut-Viadukt, das mit einer Länge von 53 Metern und einer Höhe von 35 Metern aufwartet. Der Küllstedter Tunnel ist seinerseits rund 1,5 Kilometer lang. Und vom Erlebnis-Draisinenbahnhof startet der Draisinenbetrieb in zwei Richtungen mit Gefährten, die elektrisch oder mit reiner Muskelkraft angetrieben werden. Und auch das Viadukt in Lengenfeld unterm Stein ist mehr als nur einen Blick wert.

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