Teamdogs finden vermisste Seniorin wohlbehalten auf

Eichsfeld/Roßla.  Die Eichsfelder Rettungshundestaffel konnte eine vermisste 75-Jährige nahe Roßla bei Nacht und Nebel aufspüren.

Frank Rudolf und seinem Hund Don von der Rettungshundestaffel Teamdogs fanden die vermisste Seniorin wohlbehalten bei Roßla auf.

Frank Rudolf und seinem Hund Don von der Rettungshundestaffel Teamdogs fanden die vermisste Seniorin wohlbehalten bei Roßla auf.

Foto: Teamdogs

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Hinter der Rettungshundestaffel Teamdogs, die mit zahlreichen Mitgliedern im Eichsfeld beheimatet ist, liegt ein aufreibendes, aber am Ende sehr erfolgreiches Wochenende. Sie ist am Sonntagabend zu einem ernsten Notfall kurz hinter die thüringische Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt gerufen worden. „Die Voralarmierung hatten wir um 18.30 Uhr“, erzählt Theresa Behrendt von der ehrenamtlichen Rettungshundestaffel, die selbst mit vor Ort war. „Um kurz vor 20 Uhr wurde es für uns dann ernst.“ Die zuständige Polizei forderte die Staffel an, die binnen 45 Minuten vor Ort war. Ein Mitglied habe es in drei Minuten geschafft, heißt es von den Teamdogs. Das wohnt nämlich im benachbarten Berga.

Eine 75-jährige Dame galt im Bereich Roßla als vermisst. Sie war am Vormittag zum Pilzesuchen in einem Waldgebiet aufgebrochen. Als sie um 15 Uhr noch nicht daheim war, wurde sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. „Es war kalt, feucht und neblig“, schildert Theresa Behrendt aus Heiligenstadt die Situation vor Ort. „Es waren nur um die 3 Grad Celsius, als wir da waren.“ Die Seniorin war beim Pilzesuchen von der Dunkelheit und dichtem Nebel überrascht worden. „Sie tat etwas sehr Vernünftiges: Sie rettete sich auf einen Hochsitz.“ Wäre sie in Bodennähe geblieben, so vermutet die erfahrene Hundeführerin, wäre sie wahrscheinlich durchnässt und ausgekühlt gewesen. Aber auch so hätten die niedrigen Temperaturen der älteren Dame zu schaffen gemacht, die entsetzlich fror.

Trillerpfeife hilft bei der Ortung

Die Teamdogs rückten mit fünf Flächenhunden und vier Mantrailern ins Gelände, um das Areal akribisch abzusuchen. „Gott sei Dank gibt es dort sehr guten GPS- und Handyempfang“, lobt Behrendt. Somit verfügten die Retter über gute Navigation. Die sei sehr wichtig gewesen, denn der Nebel sei sehr dicht gewesen. „Mit Taschenlampe maximal fünf Meter Sicht.“ Auch das Gelände hatte es in sich: dicht bewachsen und durchsetzt mit umgestürzten Bäumen. „Zum Pilzesammeln sicher fantastisch, um sich zu verlaufen aber katastrophal.“ Dementsprechend seien die Helfer nur sehr langsam vorangekommen.

Die findige Seniorin aber habe am Ende selbst helfen können, um sie zu finden. Wie die Teamdogs später erfuhren, habe sich die Dame schon öfter verlaufen und darum immer eine Trillerpfeife bei sich. Als sie spät in der Nacht bemerkte, dass Retter in der Nähe sind, benutzte sie die Pfeife, um auf sich aufmerksam zu machen. „Wir haben sie dann schnell finden können.“ Da war es 1.15 Uhr in der Nacht. Die Suche war somit erfolgreich beendet, die Seniorin wurde sofort medizinisch versorgt. „Es war eine Nacht, für die es sich am Ende gelohnt hat, sie sich um die Ohren zu schlagen“, spricht Theresa Behrendt im Namen aller Teamdogs. Denn egal wie lange eine Vermisstensuche dauere, wenn die Person am Ende lebend und einigermaßen wohlauf gefunden werde, dann wisse man auch wieder, warum man dieses Ehrenamt ausfülle.

Was die Teamdogs aber besonders gefreut hat, dass es ausgerechnet das Team gewesen ist, das die Dame gefunden hat, das in jüngster Vergangenheit bei einer weiteren Vermisstensuche die betreffende Person nur noch leblos auffand. „Da ist solch ein Erfolg wie nun am Sonntag wie Balsam für die Seele. Wir sind alle einfach nur glücklich.“ Für die Rettungshundestaffel Teamdogs war es der 27. Einsatz in diesem Jahr.

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