Fröhliche Rathaus-Stürme in der Wartburgregion

Wartburgregion.  In Eisenach, Behringen, Gerstungen und in Berka/Werra übernahmen am Samstag Narren die Macht.

Schlüsselübergabe in Gerstungen mit Bürgermeisterin Silvia Hartung und Markus Oehrlich.

Schlüsselübergabe in Gerstungen mit Bürgermeisterin Silvia Hartung und Markus Oehrlich.

Foto: Jensen Zlotowicz

Vier Rathäuser beziehungsweise Bürgermeister der Wartburgregion wurden am Samstag von närrischem Volk belagert und unter fröhlichen Druck gesetzt. Mit dem Rathaussturm wurde in Eisenach, Behringen, Gerstungen und in Berka/Werra die fünfte Jahreszeit mit einwöchiger Verspätung eingeläutet.

Einen besonders großen Auflauf gab es dabei am Rathaus in Berka, wo neben den Berkaer Karnevalisten erstmals auch die Faschingsvereine aus den Werra-Suhl-Tal-Ortsteilen Dippach, Dankmarshausen, Gospenroda, und Fernbreitenbach angetreten waren, Verwaltungs-Chef René Weisheit (Freie Wähler) die Schlüsselgewalt streitig zu machen. Weisheit und Ortsteilbürgermeisterin Nicole Hanig verteidigten sich nicht, ergaben sich der deutlichen Übermacht schnell. Dass Gospenrodas Vereinsvorssitzender Bastian Sander zu dieser Jahreszeit überhaupt ein Kostüm fand, ist schon deshalb bemerkenswert, da der Karnevalsverein Gospenroda seine närrische Hochzeit jeweils erst im Mai erlebt.

Berkas Sitzungspräsident Matthias Mayr hatte als Moderator des feucht-fröhlichen Rathaus-Sturmes freilich Spitzen gegen den Verwaltungsleiter und dessen „Weisheiten“ parat. Während die Berkaer diesmal keinen opulenten Rathausschlüssel haben wollten, die Tür werde ja jetzt mit Chipkarte geöffnet, hatte Sandner einen Rathaus-Schlüssel mitgebracht. Aus „Dankmars-Werra-Suhl-Tal-Hausen“ gab es närrische Grüße wie aus Fernbreitenbach und Dippach. DCV-Sitzungspräsident Sebastian Liehr will sich die Nummer mit der Chipkarte unbedingt merken. Mit Jessica I. und Andreas II. präsentierte der BCV zugleich sein neues Prinzenpaar, das vom Kinder-Prinzenpaar Paul und Marielle (beide 8) durch die Saison begleitet wird.

Zusammenarbeit wie zu DDR-Zeiten

In Eisenach rückte Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) den Schlüssel gegen die Stedtfelder Übermacht ebenso heraus wie Behringens Bürgermeister Bernhard Bischof (CDU). Die Behringer Karnevalisten wurden am Samstag erstmals wieder von den närrischen Ortsnachbarn aus Tüngeda unterstützt. Diesen Schulterschluss hatte es letztmalig zu DDR-Zeiten gegeben, sagt Vorsitzende Carmen Engelhardt.

Für Bürgermeister Bischof, der Ende Februar in Ruhestand geht, war es der letzte Rathaussturm. Sein gewählter Nachfolger Christian Blum erlebte die Zeremonie erstmals an vorderster Front mit, wurde von Behringens Karnevalisten gleich mal feucht durch die Blume begrüßt.

In Gerstungen hatte UGCV-Sitzungspräsident Markus Oehrlich Bürgermeisterin Silvia Hartung (parteilos) den Schlüssel mit Leichtigkeit abgenommen. Am „Rautenkranz“ ging es mit der Prinzengarde und Vereinsvorsitzender Manuela Woth an der Spitze für die schwer ordenbehangene Bürgermeisterin dann zur Polonaise. Die närrische Garnison aus dem Ortsteil Lauchröden fehlte diesmal. Der LCV bereitete sich bereits auf sein Abendprogramm im „Löwensaal“ vor.

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