Mit vertontem Streitgespräch am Start

Nach einem Jahr Pause gab die Eisenacher Band "Geile Götter" in ihrer lieben Stadt ein Comeback-Konzert - anlässlich des Sommergewinns. Und die Hütte war brechend voll.

Sommergewinn 2010: Geile Götter beim Comeback-Konzert.

Foto: zgt

Eisenach. "Das war mal wieder was Geiles", so der Tenor der Besucher des Comeback-Konzertes der "Geilen Götter" im Festzelt an der "Altdeutschen Bierstube". Die Band selbst war auch von den Socken. Das Konzert der Eisenacher Klamauk-Rocker war so gut besucht, dass das Zelt aus allen Nähten platzte und der Gang nach draußen eine Tortour war. Etwa 400 Menschen pressten sich ins Zelt. Ein Jahr lang waren die "Götter" wegen der Erkrankung von Schlagzeuger Jo Fingerhuth bühnenabstinent. Am Samstag zogen sie wieder alle Register, holten selbst Helmut Kohl (er wird ja 80 Jahre) beim "Blumenkohl"-Titel wieder aus der Versenkung. Die "Götter"-Fans verziehen dem Quartett, dass das Konzert erst mit Verspätung begann und auch den zwischenzeitlichen Ausfall der Verstärkeranlage. Blödel-Barde Harry Morgenweck war sozusagen der Einheizer auf dem "Eiway to Hell", wie die Geilen Götter den Weg zum Sommergewinns-Olymp selbst beschrieben. Das vom AC/DC-Titel "Highway to Hell" flankierte Streitgespräch zwischen Frau Sunna und Winter war eine feine Einlage. Ein bunte Publikums-Mischung mit den Edel-Fans in der ersten Reihe sorgte für riesen Stimmung im Zelt und Schlagzeuger Jo Fingerhut blühte nach so langer Konzertpause an der "Schießbude" wieder auf, gab alles. Die Masse jubelte und gröhlte, als der Schlagzeuglehrer zu fortgerückter Stunde schließlich eine Stepptanz-Einlage zelebrierte (Fingerhut nimmt seit langem Unterricht) - natürlich wie am Schlagzeug zur Freude der weiblichen Konzertbesucher mit freiem Oberkörper. Bruder Matthias Fingerhuth (bs) zeigte mit seinen bissigen Kommentaren "zur Lage der Nation" und der Stadt Eisenach ("aus der er nun auch vertrieben wurde") einmal mehr den Hang zu Zynik und Sarkasmus. Um manchen Götter-Spaß einzuordnen, muss man englischem Humor näher stehen als Mister Bean. Die punk-geschwängerte rotzig-dreckige Musik der Geilen Götter hallte in die Eisenacher Nacht und versetzte dem Publikum einen Adrenalin-Stoß. Und am Ende der bierseligen Sommergewinnseinlage das Gerücht, dass es das letzte Konzert der Geilen Götter gewesen ist- Geile Götter-Sprecher Thomas Stern dazu: "Alles Quatsch, wir sind wieder da."

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