2. Kunst-Tage in Stadtroda: Werke aus Holz und Stein

Stadtroda  Skulpturen aus Stein und Holz werden geschaffen bei den 2. Kunst-Tagen im Beckertal in Stadtroda. Finissage ist am Sonnabend mit Livemusik.

2. Kunst-Tage im Beckertal in Stadtroda: Bernhard Kurz aus Berlin ist auch dabei.

2. Kunst-Tage im Beckertal in Stadtroda: Bernhard Kurz aus Berlin ist auch dabei.

Foto: Ute Flamich

„Ich würde am liebsten immer so leben“, sagt Bernhard Kurz aus Berlin. „In schöner Natur arbeiten, dabei in Gemeinschaft mit anderen Künstlern sein, sich austauschen und in notwendigen Dingen des Lebens, wie dem Essenmachen, abwechseln.“

Der 61-Jährige ist einer der ­etwa zehn Künstler aus Thüringen, Leipzig und Berlin, die seit Montag dieser Woche und noch bis zum 20. ­Juli im Stadtrodaer Beckertal Skulpturen aus Stein und Holz erschaffen oder sich der Malerei widmen. Zu den 2. Kunst-Tagen eingeladen hat Klaus Langmann vom Kunsthaus Stadtroda.

Ein vorgeschriebenes Thema gibt es nicht. Völlig frei kann jeder Teilnehmer in seinem eigenen kleinen Arbeitsbereich im Grünen direkt an der Straße tätig werden.

„Besucher können den Schaffensprozess der Werke die ganze Woche über miterleben und den Künstlern über die Schulter schauen“, sagt der Initiator der Veranstaltung. Einige Interessierte aus der Nachbarschaft, aber auch aus Quirla seien schon dagewesen.

Beziehung zur Mutter in Holz verarbeitet

Mit ihnen hat auch Bernhard Kurz geplaudert und vielleicht erzählt, dass er gelernter Steinmetz ist, den Beruf aber aufge­geben hat. Seit 1996 ist er künst­lerisch als Bildhauer tätig. In Stadtroda fertigt er aus Ahornholz derzeit eine Skulptur zum Thema „Verunglückte Mutter-Kind-Beziehung“ an. Ein bisschen, sagt er, verarbeite er damit seine eigenen Erfahrungen.

Seine Mutter sei im Alter von sechs Jahren ins Heim gekommen, damals, als der Erste Weltkrieg gerade zu Ende war. „Das hat bei ihr alles zerstört“, sagt ihr Sohn, der das achte und jüngste Kind der Familie ist – und eigentlich nicht mehr gewollt war. Irgendwie, sagt der Bildhauer, habe seine Mutter ihn sicher schon geliebt. Ihrem Sohn aber das geben, was ein Kind braucht, das konnte sie nicht. „Ich widme mich mit Absicht diesem schweren Thema“, sagt Bernhard Kurz. Als Vorlage dient ihm ein altes Foto aus dem Jahr 1960. Es zeigt seine Mutter, eine schöne Frau, die ihren Jüngsten auf dem Arm hält. Er schaut in eine ganz andere Richtung und auch sie hat keinen Blick für das Kind übrig. „Das Bild ist für mich eine Anregung. In der Kunst, in meiner Arbeit, soll das Thema allgemein gehalten sein.“

Ein Werk wird am Skulpturenweg stehen

Während der Berliner zum Weiterarbeiten seine kleine ­Kettensäge wieder anschmeißt, ist an anderer Stelle Jürgen Ehrhardt aus Quirla fleißig am Werk. Der Neuling bei den Kunst-Tagen ist seit etwa 20 ­Jahren bildhauerisch tätig und arbeitet seit vier Jahren auch mit dem Material Stein. „Die Brüder“ ist der Titel dessen, was er zurzeit im Beckertal erschafft: zwei in einen Stein gemeißelte Gesichter. Brüder, die zwar ­zusammengewachsen sind, sich aber nicht direkt ansehen.

„Es ist toll, hier in der Natur zu arbeiten. Es kommt immer mal wieder ein Vogel vorbei oder ein Molch, der sich hier am Teich umschaut“, sagt Jürgen Ehrhardt. Er arbeitet hauptberuflich im Naturschutz. Seinem Hobby, der Bildhauerei, gehe er meist in seiner Werkstatt nach oder auch in seinem Garten in der Nähe von Eisenberg.

Wie Klaus Langmann informiert, wird eine Skulptur, die derzeit beim Symposium entsteht, in Absprache mit der Stadt einen Platz am „Skulpturenweg Stadtroda“ erhalten. Welche das sein wird, stehe derzeit noch nicht fest.

Sicher aber ist, dass die zweiten Kunst-Tage am Sonnabend, 20. Juli, ab 18 Uhr mit einer Finissage zu Ende gehen. Zu dieser Abschlussveranstaltung im Beckertal 14 sind Gäste herzlich willkommen. „Wir hoffen, dass der Bürgermeister eine kleine Ansprache hält, es gibt Livemusik, Bratwürste und Getränke“, sagt Langmann.

Da sehr wenig Fläche zum Parken vor Ort vorhanden ist, könne der Parkplatz vor der Roda-Werkstatt gleich hinter der Brücke zur Zufahrt ins Beckertal genutzt werden.

Zudem ist zu beachten, dass seit Montag dieser Woche und voraussichtlich noch bis zum 17. August die Straße in Richtung Tröbnitz in der Herren­straße, kurz nach der Kreuzung Markt, aufgrund von Bauarbeiten, für den Gesamtverkehr gesperrt ist.

Noch bis Sonnabend, 20. Juli: 2. Kunst-Tage im Beckertal 14 in Stadtroda. Finissage am 20. Juli ab 18 Uhr mit Livemusik.

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