2013 letztes Jahr für das Arbeitsgericht Jena

2013 ist das letztes Jahr für das Arbeitsgericht Jena. Ab 1. Januar 2014 wechselt der Sitz nach Gera. 2012 sind in Jena 1391 neue Rechtsstreite bearbeitet worden.

Direktor Thomas Hanke im Archiv des Arbeitsgerichts Jena. Foto: Lutz Prager

Direktor Thomas Hanke im Archiv des Arbeitsgerichts Jena. Foto: Lutz Prager

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Jena. Das 21. Jahr des Arbeitsgerichtes Jena ist auch sein letztes. Ab 1. 1. 2014 werden die Arbeitsgerichtsbezirke Jena und Gera zu einem gemeinsamen Gerichtsbezirk Ostthüringen zusammengelegt. Der mit 4679 Quadratkilometern dann flächenmäßig größte Arbeitsgerichtsbezirk Thüringens, in dem ein Drittel der Bevölkerung des Freistaates lebt, wird seinen Sitz in Gera haben. "Die Belegschaft unseres Hauses bedauert die Entscheidung zur Auflösung des Arbeitsgerichtes Jena, hat aber in den zurückliegenden 20 Jahren mit hoher Flexibilität mehrere Umzüge, organisatorische und personelle Veränderungen bewältigt", sagt Direktor Thomas Hanke. Mit "durchaus gespannter Erwartung" blicke man auf das kommende Jahr. Hochgerechnet hat das Arbeitsgericht Jena in seinen 21 Jahren knapp 49 000 Rechtsstreite verhandelt. "Statistisch nahm damit jeder dritte Arbeitnehmer in Jena, im Saale-Holzland-Kreis und im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt die Hilfe des Arbeitsgerichts Jena in Anspruch", sagt Hanke.

Die Reduzierung von sechs auf vier Arbeitsgerichtsbezirke in Thüringen ist auch eine Folge der seit 2004 kontinuierlich sinkenden Fallzahlen. Die vier Kammern des Arbeitsgerichtes Jena bearbeiteten im vergangenen Jahr 1391 neue Rechtsstreite. 1293 wurden erledigt. 364 noch offene Fälle übernahmen die Kammern mit in das Jahr 2013. "Das gesunkene Klageaufkommen ist das Ergebnis der Lockerung des Kündigungsschutzes infolge der sogenannten ,Hartz’-Gesetze", sagt Hanke. 2003, ein Jahr vor Inkrafttreten von "Hartz I" gingen beim Arbeitsgericht Jena noch über 2300 neue Fälle pro Jahr ein. Inzwischen fallen 70 Prozent der Unternehmen nicht mehr unter das Kündigungsschutzgesetz, weil sie weniger als 11 Beschäftigte haben. Klagen sind damit aussichtslos.

Die Verfahrensdauer betrug 2012 im Arbeitsgericht Jena durchschnittlich 2,5 Monate. "Die Kürze erklärt sich damit, dass 70 Prozent der Rechtsstreite durch eine vom Gericht vermittelte gütliche Einigung sowie 22 Prozent durch Versäumnisurteile und Klagerücknahmen erledigt werden", sagt Hanke. Einigten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht, dauerte es bis zu einem Urteil in erster Instanz rund sieben Monate.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren