300 Grundschüler aus dem Saale-Holzland-Kreis bei Waldjugendspielen

Geheimnisvoller Wald: 300 Kinder aus verschiedenen Grundschulen des Saale-Holzland-Kreises kommen bei den Waldjugendspielen rings um die Jagdanlage Rieseneck der Natur wieder ein Stück näher. Etliche entdecken ihre Begeisterung für das Pilzesammeln.

Sabine Hörschelmann von der Jägerschaft Stadtroda zeigt den Mädchen und Jungen der Klasse 4 der Grundschule Königshofen die Jagdtrophäen von verschiedenen Tieren. Gut 300 Kinder beteiligten sich am Donnerstag an den Waldjugendspielen rings um die Jagdanlage Rieseneck bei Hummelshain.

Foto: zgt

Hummelshain. Nils Wolf und Dennis Schaarschmidt von der Klasse 4 der Grundschule Camburg bestaunen gegenseitig ihre Funde. "Das ist eine Marone", zeigt Nils auf einen kleinen Pilz, den Dennis neben anderen Pilzen in seinen Händen hält. Ein anderer Junge, umringt von seinen Klassenkameraden, kauert mit einem offenen Pilzbestimmungsbuch am Boden. Neugierig vergleichen die Schüler ihre Funde mit den Abbildungen.

Gut 300 Kinder von Grundschulen des Saale-Holzland-Kreises kamen gestern bei den traditionellen Waldjugendspielen, zu denen Thüringenforst, der Landesverband Thüringen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und das Kultusministerium zum Grünen Haus unweit der Jagdanlage Rieseneck eingeladen hatten, der Natur wieder ein Stück näher.

"Ein wunderbarer, einzigartiger Flecken Natur ist das hier", meinte Thüringens SDW-Vorsitzender Matthias Wierlacher. Das Areal der historischen Jagdanlage Rieseneck mit dem Grünen Haus sei ideal, um Schülerinnen und Schüler die Bedeutung des Waldes nahe zu bringen.

Welche Tiere und Pflanzen im Wald vorkommen, wie Holz geerntet wird oder aber welche Bedeutung Bioenergie in der heutigen Zeit hat, diese und andere einfache Fakten vermittelten Förster, Mitarbeiter der Schutzgemeinschaft, der Jägerschaft Stadtroda oder der Bioenergieregion den Kindern an eigens aufgebauten Stationen. Bei Forstwirt Steffen Höhn mussten die Kinder Pilze bestimmen, wobei Höhn die Unkenntnis über den Grünen Knollenblätterpilz schon ein wenig nachdenklich stimmte.

Nicht ganz ein glückliches Händchen hatten die Mädchen und Jungen der 4. Klasse von der Grundschule Stiebritz bei der Zuordnung von jungen Bäumchen zu den entsprechenden Baumfrüchten. "Die Kiefer gehört hier vorne hin, die Lärche weiter nach hinten", brummte Revierförster Henry Kaiser.

Doch darüber sahen die Kinder in aller Regel hinweg. "Ich werde jetzt öfter in den Wald gehen", meinte Lennart Treunert von der Grundschule "Herzog Christian" aus Eisenberg. Philip Rüttner von der Grundschule Camburg fand die Waldjugendspiele ebenfalls überaus spannend und interessant. Hatte man doch unter anderem bei der Holzsäge-Station einen echten Feuersalamander im Unterholz entdeckt. Neu ist für ihn das Erlebnis Wald nicht. "Wir wohnen gleich neben einem Waldstück", erklärte er.

"Als praxisnaher Unterricht in der Natur tragen die Waldjugendspiele dazu bei, dass sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen", misst Forstamtsleiter Bernhard Zeiss den Spielen eine hohe Bedeutung zu. Auch aus diesem Grund möchte er das Grüne Haus sowie die Jagdanlage Rieseneck weiter erhalten und zu einem Ort des Lernens und Erholens ausbauen. "Ich denke, dass sich die Investitionen für alle bezahlt machen", meinte er. So soll das Grüne Haus eines Tages auch wieder Schulklassen eine Unterkunft bieten, plant dort die Jägerschaft einen Anschauungsraum einzurichten.

Zeiss weiß, dass die Digitalisierung der Lebenswelt ein Stück weit kompensiert werden muss mit dem Vermitteln von einfachen Wissen. "Die Kinder brauchen wieder eine direkte Verbindung zu Wald und Natur. Wenn wir sie hierfür sensibilisieren wollen, dann müssen wir ihnen eine Natur zum Anfassen, Gestalten und Erleben bieten. Deshalb sind die Waldjugendspiele unverzichtbar."

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