Akos Juhasz ist neuer Chefarzt für Inneres in Eisenberg

Eisenberg  Akos Juhasz ist neuer Chefarzt für Innere Medizin an den Waldkliniken Eisenberg – „Herzwoche“ wird für November vorbereitet

Akos Juhasz ist neuer Chefarzt für Innere Medizin an den Waldkliniken Eisenberg. Hier mit Patient Werner Eckardt (86) aus Hermsdorf .

Akos Juhasz ist neuer Chefarzt für Innere Medizin an den Waldkliniken Eisenberg. Hier mit Patient Werner Eckardt (86) aus Hermsdorf .

Foto: Angelika Munteanu

„Der Arzt gehört an das Bett der Patienten“, lautet das Credo von Akos Juhasz. Der promovierte Mediziner ist der neue Chefarzt für Innere Medizin an den Waldkliniken Eisenberg. „In dieser Position sitzt man zwar auch viel am Schreibtisch“, stellt er fest. Aber die regelmäßige Visite, das Gespräch mit dem Patienten im Krankenzimmer, das lässt sich der Mediziner nicht nehmen.

Sein Markenzeichen: das Stethoskop, das er im Dienst stets mit sich trägt. „Das Stethoskop, das ich jetzt nutze, hat mir meine Frau zum Dienstanstritt hier geschenkt“, sagt der 43-Jährige. Dann erzählt er von seinen früheren Jahren als Arzt noch in seiner Heimat Ungarn. Als Landarzt in den Weiten der Puszta sei er „nur mit einem Fahrer, einem Stethoskop und ein paar Spritzen im Gepäck“ zu den Patienten unterwegs gewesen. „Mehr hatte ich nicht dabei.“ Aber er habe sich die Zeit genommen, seinen Patienten zuzuhören. „Zuhören ist wichtig, um über die Symptome des Leidens zu den Ursachen zu gelangen“, sagt Juhasz.

Nicht immer seien in der Inneren Medizin große invasive Behandlungsmethoden notwendig. Gerade bei älteren Menschen, bei 70-, 80-Jährigen könnten solche Eingriffe zu einer zusätzlichen Belastung führen. Deshalb bevorzugt Juhasz konservative Wege. „Wenn Patienten medikamentös ordentlich eingestellt sind und man als Arzt ihren Problemen nachgeht, ist ihnen oftmals besser geholfen als mit einem großen Eingriff.“

An den Waldkliniken Eisenberg fühlt sich der neue Chefarzt gut aufgehoben. Er und sein Team für Innere Medizin mit zwei Oberärzten und sieben Assistenzärzten sichern gemeinsam mit den Pflegefachkräften die medizinische Grundversorgung für die Menschen in der Region ab. Sein Ziel am neuen Platz: „Die Zufriedenheit der Patienten weiter steigern.“

Für seine Art als Arzt zu arbeiten sei die relativ kleine Klinik für Inneres in Eisenberg genau das Richtige. Spezielle Untersuchungen mit dem Herzkatheter brauche man nicht zwingend in Eisenberg zwischen den beiden großen Krankenhäusern in Jena und in Gera.

Am SRH Waldklinikum Gera, wo ein Facharzt für Inneres gesucht wurde, war Akos Juhasz gestartet, als er vor sieben Jahren nach Deutschland gekommen war. Mitgebracht hat er neben vorzüglichen Sprachkenntnissen in Deutsch, für die er an der Grundschule und im Gymnasium in Ungarn den Grundstein gelegt hatte, eine solide Ausbildung und bereits reichlich Erfahrung als Mediziner. Im Jahr 2003 hatte er in Debrecen sein Medizinstudium abgeschlossen und an der Uni-Klinik für Innere Medizin in verschiedenen Abteilungen gearbeitet. In der Notfallambulanz hat er ebenso Erfahrungen gesammelt wie auf der Intensivstation – immer ganz nah am Patienten. Seine Facharztprüfung hatte er 2010 abgelegt und weitere zwei Jahre auf der ITS gearbeitet.

Zwei Jahre später kam die Entscheidung, mit der Familie nach Deutschland zu gehen, wo sich Juhasz bessere Arbeits- und Lebensbedingungen als Mediziner erhofft hat. Gestartet war er am SRH Waldklinikum in Gera, dort wurde ein Facharzt für Inneres gesucht. Seine Frau ist als gelernte Krankenschwester in Gera gleichfalls willkommen und arbeitet als Medizinisch-technische Assistentin in einer Ambulanz in Gera-Lusan. „Die deutsche Sprache hat sie inzwischen auch gelernt“, sagt ihr Mann. Der Sohn und die Tochter gehen in Gera zur Schule und wachsen zweisprachig auf.

Während seiner Zeit im Krankenhaus in Gera hat sich Juhasz weiterqualifiziert in der Intensivmedizin und im Vorjahr zum Notfallmediziner. Zum Oberarzt war er bereits 2014 ernannt worden, vor seinem Wechsel nach Eisenberg war er stellvertretender Leiter der internistischen Intensivstation.

Der Wechsel in die Position des Chefarztes für Innere Medizin an den Waldkliniken Eisenberg ist für ihn eine neue Herausforderung. „Das ist hier für mich seit dem 1. April eine völlig andere Tätigkeit“, stellt der neue Chefarzt fest. Damit verbindet er auch Ziele: Zum einen eben die medizinische Grundversorgung für die Menschen im Saale-Holzland, die als Patienten zufrieden das Krankenhaus wieder verlassen sollen. Wenn das neue Bettenhaus der Waldkliniken fertig errichtet ist, möchte er dort eine kleine Überwachungsstation einrichten, wo die Beatmung per Maske für Patienten mit Herzinsuffizient oder Lungenödem möglich ist. Mehr brauche man hier nicht, für die vielen älteren Menschen in der Region sei einen solche Station aber sehr wichtig.

Im persönlich wichtig ist die gute Zusammenarbeit fachübergreifend mit den Kollegen in den Waldkliniken, mit den niedergelassenen Ärzten in Eisenberg und den Nachbarorten und mit dem medizinischen Rettungsdienst. Zum Stammtisch der Hausärzte vor wenigen Wochen hatte er sich bereits als „der Neue“ vorgestellt. Am Mittwoch kommender Woche laden die Klinik für Innere Medizin und die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie die Ärzte aus der Region zum „Eisenberger Dialog“ der Waldkliniken ein. Für Akos Juhasz eine weitere Gelegenheit, sich als Facharzt in Eisenberg vorzustellen. Für November bereiten er und seine Kollegen eine „Herzwoche“ für die Öffentlichkeit vor.

Ins Saale-Holzland ziehen wird er aber nicht. „Wir bauen in Gera ein Haus“, sagt er. Und die Familie sei in Gera inzwischen etabliert. „Das heißt für uns jetzt: Gera lebenslänglich“, sagt er mit einem Schmunzeln.