Alle Gemeinden im Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr Elstertal sind hinsichtlich ihrer Brand- und ABC-Gefahren neu bewertet worden

Crossen  Marco Basler, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Elstertal, hat alle ­Gemeinden des gleichnamigen Feuerwehr-Zweckverbandes hinsichtlich ihrer Brand- und technischen Gefahren sowie mög­licher ABC-Gefahren bewertet und in unterschiedliche Risikoklassen eingeteilt.

Marco Basler, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Elstertal.

Marco Basler, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Elstertal.

Foto: Florian Girwert

Grund dafür seien Änderungen in der Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung und des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes gewesen, so Basler. Letztmalig hatte die Gemeinschaftsversammlung der VG Heideland-Elstertal-Schkölen 2008 eine solche Eingruppierung verabschiedet. Zur letzten VG-Versammlung stellte Marco Basler sein Konzept vor. Zum Einsatzgebiet der Feuerwehr Elstertal gehören die Gemeinden Crossen, Silbitz mit Seifartsdorf, Walpernhain, Rauda und Hartmannsdorf. Hier leben insgesamt 3.318 Einwohner, das gesamte Einsatzgebiet beläuft sich auf rund 31 Quadrat­kilometer.

Der Ortsbrandmeister em­pfiehlt in Hinsicht auf Brand- und Technische Gefahren die Einstufung in Risikoklasse 3. Laut der Thüringer Feuerwehr-Organisationsverordnung trifft das auf Gemeinden zu, die zum Beispiel Gebäude mit mehr als fünf Vollgeschossen besitzen (Hartmannsdorf, Crossen) oder in denen es bauliche Anlagen und Räume mit besonderer Nutzung gibt. Darunter fallen laut Basler die Grund- und Regelschule in Crossen, die Kindergärten in Hartmannsdorf und Crossen sowie Schloss und Klubhaus in Crossen. Auch Gewerbebetriebe mit einer Grundfläche von über 1.600 Quadratmetern sind im Elstertal einige zu finden, zum Beispiel die Silbitz Group. Auch größere Beherbergungsbetriebe müssten beachtet werden, wie das Rittergut in ­Nickelsdorf oder das Weiße Ross in Crossen.

Für die Risikoklasse 3 wird als Mindestbedarf an Fahrzeugen unter anderem ein Hilfe­leistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) sowie eine Drehleiter gefordert. „Die Feuerwehr Elstertal soll perspektivisch ein neues HLF 10 erhalten“, so Marco Basler zur VG-Versammlung. Das würde die aktuelle Situation verbessern. In puncto Drehleiter könne auf das Fahrzeug der Stützpunktfeuerwehr in Eisenberg verwiesen werden: „Die könnte im Notfall rechtzeitig nach Crossen kommen“, meinte VG-Vorsitzender Martin Bierbrauer. Die dafür nötige Einsatzgrundzeit werde erreicht, das ­habe man mit einem Test auch belegen können.

Hinsichtlich der ABC-Gefahren – also atomare, biologische und chemische Gefahren – hatte der Ortsbrandmeister Betriebe im Blick, die mit Gefahrstoffen umgehen sowie den Transport auf Straße und Schiene. In der Silbitzer Gießerei wird demnach mit atomaren Strahlern gearbeitet, diese würden aber in einem extra getrennten und gesicherten Bereich aufbewahrt.

Zusammengefasst empfiehlt Basler in Bezug auf die ABC-Gefahren für die Gemeinden im Verbandsgebiet die Einstufung in Risikoklasse 2 – mit einer Mindestausrüstung Chemie und Strahlenschutz. „Gibt es denn weitere Defizite in der Ausrüstung?“, wollte Heiko Baumann, Bürgermeister der Gemeinde Heideland, wissen. Der Ortsbrandmeister verwies an dieser Stelle auf die veraltete Grundausstattung beim Chemieschutz. Ein neuer Schutzanzug koste rund 160 Euro, vier müssten vorgehalten werden.

Martin Bierbrauer bedankte sich ausdrücklich für das Engagement des Ortsbrandmeisters in Bezug auf die Eingruppierung in Risikoklassen, für die er auch Fortbildungen besucht habe: „Das hat er ehrenamtlich gemacht, das ist ihm hoch anzurechnen.“ Kreisbrandinspektor Jens Keppel habe das Konzept auch bereits bestätigt.

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