ASB Saale-Holzland-Kreis: ein Vierteljahrhundert Dienst am Menschen

Hermsdorf/Bad Klosterlausnitz  ASB-Kreisverband Saale-Holzland-Kreis feiert sein 25-jähriges Bestehen im Hermsdorfer Stadthaus mit viel Musik, Tanz und Freude.

Die Trommelgruppe des Förderzentrums in Hainspitz machte zur Jubiläumsfeier richtig Stimmung im Saal des Hermsdorfer Stadthauses.

Die Trommelgruppe des Förderzentrums in Hainspitz machte zur Jubiläumsfeier richtig Stimmung im Saal des Hermsdorfer Stadthauses.

Foto: Ute Flamich

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Lange und ermüdende Reden, die gab es gestern nicht. Mit viel Musik, mit Tanz und einem vorgetragenen Gedicht ist stattdessen im Hermsdorfer Stadthaus ge­feiert worden. Die Stimmung im voll besetzten Saal war bestens. Anlass war das 25-jährige Bestehen des ASB-Kreisverbandes Saale-Holzland-Kreis – und ­damit ein Vierteljahrhundert Dienst am Menschen mit Behinderung.

Eine Rede, die gab es natürlich doch. Kai Virchow, der Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes, begrüßte die Gäste und skizzierte den Werdegang des Verbandes, der am 1. September 1994 mit Sitz in Bad Klosterlausnitz gegründet wurde. Kontinuierlich konnte sich der Verband über all die vergangenen Jahre weiterentwickeln – und will das freilich auch künftig tun. So besteht Kai Virchow zufolge unter anderem die Idee, Versorgungsstrukturen für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen zu schaffen. Auch werde überlegt, ein Teilhabezentrum als Angebot im Sozialraum zu planen.

Monika Plötner ist seit 1991 beim ASB

Hermsdorfs Bürgermeister Benny Hofmann (parteilos) war der zweite – und letzte – der ein paar kurze Worte an das Pub­likum richtete. „Der ASB ist aus unserer Region nicht mehr wegzudenken und er ist hier fest verwurzelt. Die Stadt Hermsdorf und die Gemeinde Bad Klosterlausnitz haben freiwillige Auf­gaben und Pflichtaufgaben. Bei diesen findet sich der ASB überall wieder. Wir sind dankbar, dass es den Verband hier gibt“, sagte Hofmann.

Dankbarkeit zeigte und kommunizierte auch Kai Virchow. Nachdem die Cover-Band „Manic Monday“ einige Titel gespielt hatte, die Trommelgruppe des Förderzentrums aus Hainspitz das Publikum mit ihren Rhythmen in den Bann gezogen hatte, zwei Tänzergruppen für mächtig Applaus sorgten und ein auf den ASB zugeschnittenes Gedicht vorgetragen wurde, dankte er einem Ehrenamtler und sechs Mitarbeitern, die mit am längsten beim ASB tätig sind. Das sind: Monika Plötner, Christine Möschter, Andreas Kraft, Klaus Heubach, Ina Balk und Petra Schreiber.

Mit ihrem Eintritt beim ASB am 1. Juli 1991 ist Monika Plötner „das Urgestein“ unter den Mitarbeitern. Die 61-Jährige aus Hermsdorf ist gelernte Physik-Keramik-Laborantin und ist, wie so viele, mit der Wendezeit arbeitslos geworden. Eine neue Anstellung fand sie beim ASB.

Monika Plötner ist Gruppenleiterin im Bereich Elektro/Metall mit derzeit 17 Beschäftigten. „Ich habe in all den Jahren die Entwicklung der Beschäftigten und der Werkstatt miterlebt. Mit allen Höhen, Tiefen und Erfolgserlebnissen. Die Feierlichkeiten zum 25-Jährigen gehen mir schon ein bisschen ans Herz“, sagte sie. „Wenn alles gut geht, werde ich wohl noch zwei Jahre in der Werkstatt arbeiten.“ Freude habe sie an ihrem Job immer gehabt. „Denn man bekommt von den Beschäftigten viel zurück.“

Einen großen Blumenstrauß gab es auch für Lothar Nerlich aus Hermsdorf. Ihm ist für sein ehrenamtliches Engagement gedankt worden.

2004 hängte er seinen Lehrerdienst nach 40 Jahren an den Nagel – und habe dann im ­August des gleichen Jahres damit begonnen, Beschäftigte des Arbeiter-Samariter-Bundes im Fußballspielen zu trainieren. „Ich kicke ja selbst seit 1957 den Ball in Hermsdorf“, sagte er. In seinem Ehrenamt habe er 2004 mit 18 bis 20 Spielern angefangen. Derzeit seien es nur noch zwölf. Trainiert wird zweimal in der Woche auf dem Kleinfeld. Dass er Menschen mit Behinderung sportlich anleitet, sei für ihn kein Problem. „Ich weiß, wie ich mit ihnen umgehen muss. Da wird gelobt und getadelt, wie es überall der Fall ist. Auch wenn es ihm wichtig ist, der Gesellschaft als Ehrenamtler etwas zurückzugeben, sei es für ihn langsam Zeit, damit Schluss zu machen. „Ich werde wohl zum 30. Juni 2020 meine Übungsleiter­tätigkeit beenden. Ich glaube, das reicht dann auch. Da muss mal frischer Wind rein“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen, mit Gesprächen und im gemütlichen Beisammensein sind die Feierlichkeiten im Stadthaus am frühen Nachmittag zu Ende gegangen. „Ich möchte mich bei allen an der Vorbereitung und Durchführung beteiligten Mitarbeitern von Herzen bedanken“, war Kai Virchow noch wichtig zu sagen. „Inwieweit es uns in Zukunft gelingt, unsere Ideen zu verwirk­lichen, das wird die nächste Zeit zeigen. Fest steht jedoch: Nur im Zusammenhalt, im Zusammenspiel und als Team wird es uns gelingen, diese Aufgaben zu lösen. Wir werden gemeinsam Wege suchen, wir werden gemeinsam Wege finden und wir werden gemeinsam Wege beschreiten“, ist sich Kai Virchow sicher.

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