Auf 99,5 Prozent der Flächen im Saale-Holzland-Kreis keine Windräder

Saale-Holzland-Kreis.  Vorranggebiete für Windräder beschlossen. Landtagsabgeordnete fordern Moratorium und bekräftigen ihre Ablehnung von Wind im Wald

Bei einer Sitzung wurde sich auf eine Ausweisung von Windvorranggebieten auf einer Fläche von 0,5 Prozent im Saale-Holzland-Kreis verständigt.

Bei einer Sitzung wurde sich auf eine Ausweisung von Windvorranggebieten auf einer Fläche von 0,5 Prozent im Saale-Holzland-Kreis verständigt.

Foto: Claudia Klinger

In der Sitzung der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen am 26. Juni in Rudolstadt haben sich die Mitglieder mit deutlicher Mehrheit bei der Abstimmung auf die Ausweisung von Windvorranggebieten auf einer Fläche von lediglich 0,5 Prozent im Saale-Holzland-Kreis verständigt.

Damit können auf 99,5 Prozent der Flächen im Landkreis keine Windräder gebaut werden. Wie Günter Peupelmann, Vorsitzender der BI Holzland, erklärte, sei das ein großer Erfolg. Und dort, wo Vorranggebiete ausgewiesen seien, können Kommunen selbst entscheiden, ob sie Windanlagen genehmigen oder nicht. „Jetzt ist der Gesetzgeber, die Thüringer Landesregierung sowie der Landtag gefragt, ein Waldgesetz zu beschließen, in dem Windräder im Wald ausgeschlossen und eine H10-Abstandsregelung enthalten ist“, so Peupelmann.

Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Mario Voigt und Stephan Tiesler äußerten sich in einer Pressemitteilung zum Windenergieerlass. Die rot-rot-grüne Minderheitsregierung zwinge mit dem Windenergieerlass die regionalen Akteure zu unsinnigen Planungen von Windvorranggebieten. „Wir lehnen diese Politik der Bevormundung durch rot-rot-grünen Zwang ab“, so Stephan Tiesler, Sprecher seiner Landtagsfraktion für Naturschutz. “Regionalplanung ist und bleibt Sache der Gemeinden. Deshalb gehört der Windkrafterlass abgeschafft“. „Für uns gilt, dass kein einziger Baum/Quadratmeter Wald für Windräder geopfert werden darf. Deshalb werden wir uns weiterhin mit aller Macht für ein gesetzliches Verbot von Windkraft im Wald einsetzen“, ergänzt Mario Voigt.

Nächste Woche gäbe es ein Treffen mit den betroffenen Bürgerinitiativen, um über die Anhörung im Landtag zu beraten. Die CDU Fraktion strebt gemeinsam mit der FDP-Fraktion ein gesetzliches Verbot von Wind im Wald an. „Windräder haben im Wald nichts zu suchen! Es kann nicht sein, dass einerseits Wiederaufforstungen durch die Landesregierung im dreistelligen Millionenbereich versprochen und gleichzeitig Wald für Windkraftanlagen geopfert wird“, so Voigt und Tiesler. Dies wolle und werde man nur mit einem Verbot von Windanlagen im Wald durch eine Änderung des Thüringer Waldgesetzes erreichen.