Awo will in Eisenberg Neubau für Jenaer Verein errichten

Eisenberg/Jena.  Nachgehakt: Das Projekt des Vereins Elternmentoren Jena ist schon weit gereift. Die Grundstücksfrage ist jedoch noch offen.

Auf einer Freifläche in der Klosterstraße, die der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft ( LEG ) gehört, würde die Arbeiterwohlfahrt im Saale-Holzland-Kreis für den Verein Elternmentoren Jena eine barrierefreie Wohnanlage errichten.

Auf einer Freifläche in der Klosterstraße, die der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft ( LEG ) gehört, würde die Arbeiterwohlfahrt im Saale-Holzland-Kreis für den Verein Elternmentoren Jena eine barrierefreie Wohnanlage errichten.

Foto: Angelika Munteanu

Vor einem Jahr genau hatte Ines Korrmann die Idee von einem Wohnprojekt in Eisenberg, in dem behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam ein selbstbestimmtes Leben führen können, erstmals publik gemacht. Seitdem ist die Idee zu einem handfesten Projekt des Vereins Elternmentoren Jena geworden. Am Montag, 6. Januar, will der Verein, dessen Vorsitzender der Eisenberger Gernot Wawrschinek ist, den Stand seines Vorhabens im Seniorenbeirat der Stadt Eisenberg vorstellen.

Gab es vor Jahresfrist noch den Gedanken, den barrierefreien Neubau auf einem Privatgrundstück in der Eisenberger Altstadt zu errichten, sind nun für das Bauvorhaben als Partner die Arbeiterwohlfahrt und ein größeres Grundstück in der Klosterstraße von Eisenberg im Gespräch.

In naher Zukunft noch kein Baustart

An einen Baustart in naher Zukunft ist offenbar aber noch nicht zu denken. „Ja, unseren Willen haben wir als Arbeiterwohlfahrt bekundet. Aber wir sind noch ganz am Anfang“, sagt dazu der Vorsitzende der Awo im Saale-Holzland-Kreis, Klaus-Dieter-Kunze. Denn die Grundstücksfrage ist noch offen. Einen Beschluss, besagte Immobilie zu kaufen, ist im größten Sozialverband im Saale-Holzland noch nicht gefasst worden.

Das Problem: Die Fläche in der Klosterstraße, die jetzt umzäunte Wiese ist, war vormals Industriegelände einer Porzellanfabrik. Und es gibt den Verdacht, dass im Boden Altlasten schlummern könnten. Die müssten erst einmal für viel Geld entsorgt werden, ehe darauf ein Haus gebaut werden kann, in dem Menschen leben werden.

Zunächst Altlasten-Untersuchung auf der LEG-Fläche

„Deshalb muss die Fläche erst einmal auf etwaige Altlasten hin untersucht werden“, sagt Kunze. Und er erklärt dazu, dass die Awo in Bezug auf die Altlasten-Entsorgung bereits „ein gebranntes Kind“ sei. Als das Sozialzentrum in der Klosterlausnitzer Straße in Eisenberg gebaut wurde, habe man zuvor zu hohen Zusatzkosten auch Schadstoffe entsorgen müssen, die auf dem Gelände vom vorherigen Bildungs- und Technologiezentrum Butz übrig geblieben waren. So etwas solle für die Zukunft vermieden werden.

Bislang gehörte die Brache in der Klosterstraße, auf der einst Porzellan hergestellt wurde, der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen. Mehrere schwierige Industriebrachen in Eisenberg waren nach der Wende in das Eigentum des Tochterunternehmens des Freistaates Thüringern übergegangen für eine künftige Entwicklung – darunter auch die, auf der das Bauvorhaben von Awo und den Elternmentoren Jena realisiert werden könnte. „Es wäre schön, wenn sich hier etwas tun würde. Und barrierefreies Wohnen könnte gut passen“, sagen Anwohner an der Brache.

„Wir haben die Fläche für die Arbeiterwohlfahrt optioniert“, sagt LEG-Sprecher Holger Wiemers. Ob die Awo das Grundstück für das Vorhaben der Elternmentoren Jena kaufen und bebauen wird, werden aber erst die Resultate der Altlastenuntersuchung besagen.

Nächste Sitzung des Seniorenbeirates der Stadt Eisenberg am Montag 6. Januar, um 10 Uhr, im Pabstsaal im Steinweg. Neben der Vorstellung des Projektes „Neubau einer barrierefreien Wohnanlage“ in der Klosterstraße sollen erste Ergebnisse der Seniorenbefragung des Vorjahres präsentiert und über Vorhaben für dieses und nächstes Jahr gesprochen werden.