Bad Klosterlausnitz: Die Patienten sind wachsam

Bad Klosterlausnitz.  In der Hausarztpraxis von Eileen Breitsprecher in Bad Klosterlausnitz gibt es aktuell noch kein größeres Corona-Geschehen.

Dr. Eileen Breitsprecher (Mitte) hat die Hausarztpraxis im Kurmittelhaus von Bad Klosterlausnitz übernommen. Dort wird sie unterstützt von den Schwestern Sandra Schlüßler (links) und Katja Rößig.

Dr. Eileen Breitsprecher (Mitte) hat die Hausarztpraxis im Kurmittelhaus von Bad Klosterlausnitz übernommen. Dort wird sie unterstützt von den Schwestern Sandra Schlüßler (links) und Katja Rößig.

Foto: Susann Grunert

Der Saale-Holzland-Kreis bleibt mit Blick auf die Infektionszahlen ein Corona-Risikogebiet. In der Hausarzt-Praxis von Eileen Breitsprecher in Bad Klosterlausnitz hat man deswegen aber noch nicht mehr Arbeit als üblich. „Wir machen vielleicht aktuell zwei, drei Abstriche pro Tag, das ist im Gegensatz zu anderen Regionen vergleichsweise niedrig“, sagt die junge Ärztin.

Vor gut zwei Wochen hat sie die Praxis der RE Ostthüringer Polikliniken im Kurmittelhaus von Bad Klosterlausnitz übernommen. „Ich freue mich auf die Bad Klosterlausnitzer und die Arbeit hier.“ Ihre Patienten seien durchaus wachsam und insgesamt vorsichtig, hat sie mit Blick auf die Pandemie beobachtet. „Wir müssen auch nur wenige ermahnen, ihren Mund-Nase-Schutz zu tragen.“

Bei Corona-Symptomen nicht direkt in die Praxis kommen

Einen – wenn man so möchte – positiven Effekt habe die Corona-Pandemie auf das Impfverhalten. „Wir haben viele Patienten, die sich gegen die Grippe impfen lassen.“ Wegen knapper Impfdosen könnten derzeit aber ausschließlich Patienten der Praxis geimpft werden.

Wer typische Symptome einer Corona-Infektion spürt, solle nicht direkt in die Praxis kommen, sondern zunächst anrufen, bittet die Medizinerin. Bei einem Verdachtsfall werde der Patient dann am Hintereingang vom Kurmittelhaus in Empfang genommen, wo er untersucht und gegebenenfalls ein Abstrich vorgenommen wird. „Die Infektsaison geht ja gerade erst los“, weiß Eileen Breitsprecher. Momentan behandele sie eher Patienten mit Magen-Darm-Problemen.

Die familiären Wurzeln der vierfachen Mutter liegen in Greifswald und im Kyffhäuserkreis. „Vor zehn Jahren bin ich wegen meinem Mann dann nach Jena gezogen.“ Nach dem Medizinstudium in Frankfurt/Main habe sie Weiterbildungen in Bad Berka und Jena absolviert, ambulant in Camburg und auch in Bad Klosterlausnitz gearbeitet. „Einige Patienten kennen mich aus dieser Zeit noch.“

Sie sei „mit Leib und Seele“ Hausärztin, so die 38-Jährige. „Ärzte haben ja generell ein Helfersyndrom, und ich liebe einfach den Kontakt zu meinen Patienten.“

Als Hausärztin lerne man einen Menschen umfassend kennen, könne Problemen auf den Grund gehen und sei auch eine Art Manager für alle anderen und weiteren ärztlichen Kontakte. Bis zum Jahresende wolle sie aber erst einmal keine weiteren Patienten aufnehmen, um sich richtig einarbeiten zu können. „Danach könnte ich mir das schon vorstellen.“ Allerdings betreue sie bereits um die 800 Patienten, sehr viel mehr könnten da nicht mehr dazu kommen.

Auch eine neue Allgemeinmedizinerin in Tautenhain angekündigt

Da trifft es sich gut, dass zeitnah eine weitere Ärztin die Praxis der RE Ostthüringer Polikliniken im benachbarten Tautenhain übernehmen soll. „Der Vertrag ist unterschrieben, die Kollegin wartet nur noch auf ihren Facharzt-Termin“, informierte Sabine Thies, neue Verwaltungsleiterin an den Waldkliniken Eisenberg. Momentan würden die Praxisräume bereits renoviert. Die RE Ostthüringer Polikliniken sind eine hundertprozentige Tochter der Waldkliniken Eisenberg.