Bärbels Katzen-Garten in Hermsdorf

Hermsdorf  Engagierte Hermsdorfer Tierfreundin hofft morgen auf einen eher ruhigen Jahreswechsel.

Bärbel Nehrkorn aus Hermsdorf mag Katzen. Deshalb hilft sie auch im Tierheim in Eisenberg mit.

Bärbel Nehrkorn aus Hermsdorf mag Katzen. Deshalb hilft sie auch im Tierheim in Eisenberg mit.

Foto: Jens Henning

„Puppi“, „Blacky“ und „Franzl“ haben es morgen gut. Die drei Katzen werden wohl eine eher ruhigen Jahreswechsel erleben.

Sie haben ihr Revier im Bereich der Kleingartenanlage „Roter Strumpf“ in Hermsdorf. Die Anlage, die in diesem Jahr ein rundes Jubiläum feierte, liegt zwar in unmittelbarer Nähe zur Autobahn. Doch der Lärm der vorbeifahrenden Autos ist im Vergleich zu den Böllern und Raketen, die morgen Abend wieder am Himmel knallen, fast zu vernachlässigen.

Und dass sich großartig Feierwütige in diesem Teil Hermsdorfs verlieren, scheint eher unwahrscheinlich. „Puppi“, „Blacky“ und „Franzl“ bekommen damit nicht die von Jahr zu Jahr zunehmende Knallerei in der Silvesternacht mit.

Den drei Vierbeinern - „Puppi“ ist jetzt 17 Jahre, obwohl sie jünger aussieht und die beiden anderen sind 2008 und 2009 geboren worden – geht es auch sonst gut. Dafür verantwortlich ist Bärbel Nehrkorn aus Hermsdorf. Sie kümmert sich nicht nur am letzten Tag des Jahres um „ihre“ Katzen.

Ihr Gartengrundstück, das sie seit 1976 hat, teilt sie seit einiger Zeit mit den Freigängern. In der Tür ihrer Gartenlaube hat sie eine Katzenklappe einbauen lassen. In der Laube haben die Katzen die Möglichkeit, auf Kissen und Decken zu schlafen. Und auch an das Essen denkt die Katzen-Liebhaberin. Auf dem Grundstück hat sie eine Rückzugsmöglichkeit geschaffen samt Fressplatz.

„Ich verwöhne sie schon. Sie bekommen Katzenfutter. Zu Weihnachten habe ich sie mit frischem Geflügelfleisch verwöhnt. Das sind sie mir einfach wert.“

Seit vielen Jahren kümmert sich Bärbel Nehrkorn um die herumstreunende Katzen auf der Gartenanlage. Zusammen mit den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Tierheimes in Eisenberg und einer erfahrenen Tierärztin aus Hermsdorf hat sie dafür gesorgt, dass sich die Tiere nicht unkontrolliert vermehren.

„Ich habe es mal hoch gerechnet. Wenn ich damals nicht angefangen hätte, mich um die Katzen zu kümmern, hätten wir wahrscheinlich eine Katzen-Schwemme auf der Anlage gehabt. Da kommen in den Jahren mal schnell 1000 und mehr Katzen zusammen, wenn man nicht aufpasst“, sagte die Rentnerin. Dazu kam es nicht, weil sie rechtzeitig die Katzen sterilisieren und die Kater kastrieren ließ. In ihrer Hoch-Zeit kümmerte sich die Hermsdorferin um elf Katzen. Jetzt sind es drei.

Dass die Silvesternacht für Katzen, aber auch für Hunde zu einer Leidenszeit wird, weil die Tiere den Silvesterknaller-Lärm ein Vielfaches lauter wahrnehmen, das weiß Bärbel Nehrkorn genau. „Ich hoffe, dass alle Menschen, die in der Nacht unterwegs sind, ein wenig Rücksicht nehmen auf die Tiere.“

Ihren wichtigsten Appell richtete sie an die Besitzer von Katzen, vor allem an die Besitzer, die mit Freigängern zu tun haben. „Ab Mittag sollten sie die Katzen nicht mehr draußen herum laufen lassen“, sagte Nehrkorn. Wenn möglich, sollte das Herrchen oder Frauchen den Abend mit ihren Tieren verbringen. „Die Katzen fühlen sich dann wohler, wenn sie wissen, dass Bezugspersonen in der Nähe sind. Möglicherweise sollte man auch eine Lichtquelle brennen lassen oder gar das Radio oder den Fernseher laufen lassen.“

Und dann sollte man den Katzen Rückzugsmöglichkeiten schaffen. „Papp-Kartons sind da eine Möglichkeit. Wenn man da ein Kissen oder eine Decke hinein legt, fühlen sich die Katzen sicher.“

Bärbels drei Katzen sind nicht nur Freigänger, sie sind auch ein wenig scheu. „Wenn ich Freunde oder Bekannte mit in meinen Garten nehme, verschwinden die drei Katzen fluchtartig. Das ist ihnen dann doch ein wenig unheimlich. Sie sind aber an bestimmte Geräusche gewöhnt. Wenn ich früh morgens komme und mit den Schlüsselbund klappere und sie mit den Namen rufe, kommen sie nacheinander. Krabbeln oder streicheln kann ich sie aber auch nicht. Und zu weit annähern, das möchten sie auch nicht. Das ist aber nicht schlimm. Katzen oder Kater sind nun mal Individualisten. Sie sollen hier so naturnah wie möglich leben“, sagte die Frau aus Hermsdorf. Am Neujahrsmorgen wird Bärbel Nehrkorn wieder zu ihrem Garten fahren und hoffen, dass sie „ihre“ drei Freigänger wieder sieht.