Baumpflege wird teuer für Eisenberg

Eisenberg  Die Kreisstadt braucht fast eine Viertelmillion Euro für ihren Baumbestand. Das verfügbare Geld reicht nicht.

Baumfällungen wie im Vorjahr und im Frühjahr im Friedenspark sind weiterhin in Eisenberg notwendig. Jedoch ist das Geld für die Baumpflege knapp.

Baumfällungen wie im Vorjahr und im Frühjahr im Friedenspark sind weiterhin in Eisenberg notwendig. Jedoch ist das Geld für die Baumpflege knapp.

Foto: Angelika Munteanu

„Zum Glück ist der Borkenkäfer noch nicht im Eisenberger Stadtzentrum angekommen.“ Das Aufatmen von Eisenberges städtischer Bauamtsleiterin Gabriele Daßler hält sich angesichts anderer Baumschäden und des Pflegerückstands an den städtischen Bäumen jedoch in Grenzen.

Denn die Schäden am Baumbestand in Eisenberg sind immens. Bei den im Vorjahr und zum Teil noch in diesem Jahr durchgeführten Kontrollen des städtischen Baumbestandes sei festgestellt worden, dass dringend notwendige Baumpflegemaßnahmen durchgeführt werden müssen, berichtete die Bauamtsleiterin in der jüngsten Stadtratssitzung. Im Kontrolleinsatz war Sebastian Baldauf mit seinem Forst- und Baumpflegebetrieb aus Niederpöllnitz.

Stadt hat die Pflicht zur Verkehrssicherung

Nach einer ersten Kostenschätzung würden etwa 228.000 Euro benötigt für die Pflege der öffentlichen Bäume im Stadtgebiet. Geld, das Eisenberg in dieser Höhe nicht im Haushalt zur Verfügung hat. Die Baumpflegemaßnahmen müssten jedoch durchgeführt werden, da sie sich um eine Pflichtaufgabe der Stadt im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht handeln, so die Bauamtschefin.

Gründe für die notwendigen Baumpflegemaßnahmen gibt es mehrere: Einerseits gibt es viel Nachholebedarf aus den Vorjahren. Ein Teil der Bäume hat, so war es auch im Vorjahr bei einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses im Friedenspark dargestellt worden, sein Lebensalter mittlerweile erreicht. Andere Bäume sind ausgewuchert und werden für Fußgänger und Fahrzeuge auf Wegen und Straßen zur Gefahr. Weitere hatte durch Stürme und im vorigen Winter durch Schneelast gelitten. Und letztlich mache sich an den Bäumen auch die lange Trockenheit des vorigen Sommers, der nicht ausreichende Schnee im letzten Winter und weitere trockene Hitzetage in diesem Sommer bemerkbar. Im Friedenspark etwa sollen noch einige Bäume weichen und nach dem beschlossenen Pflanzplan schrittweise gesetzt werden.

Für dieses Jahre hat die Kreisstadt für Baumpflegemaßnahmen 40.000 Euro im Haushaltsplan. Davon seien für dieses Jahr nur noch 12.680 Euro verfügbar, informiert Gabriele Daßler. Weiteres Geld werde aber schnell benötigt, damit in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28. Februar, also in der Zeit, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz für die Baumpflege genutzt werden darf, die Arbeiten fortgesetzt werden können.

Deshalb hat der Stadtrat jetzt kurzfristig eine überplanmäßige Ausgabe für dringend notwendige Baumpflegemaßnahmen noch in diesem Jahr beschlossen. Ein Teil dieser Summe – 9.000 Euro – werden durch Mehrerträge aus der Kostenerstattung für Bäder gedeckt. Mit 41.000 Euro das Gros der überplanmäßigen Ausgabe kann durch Mehreinzahlungen durch den Verkauf von Grundstücken gedeckt werden.

Mit dem Beschluss der überplanmäßigen Ausgabe brannte unter den Stadträten die Debatte auf, wie Eisenberg künftig dem Klimawandel gerecht werden kann. Der Tupelobaum, der im Friedenspark neu angepflanzt wurde, ist bereits eine Reaktion auf sich wandelnde klimatische Bedingungen. Bäume regelmäßig Bewässern in trockenen Sommern sei letztlich auch eine Kostenfrage für die Stadt, erklärte Bürgermeister Michael Kieslich (CDU). In diesem Jahr war die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt einmal im Großeinsatz, um Bäume im Stadtgebiet vor dem Verdursten zu retten – und auch, um die Brandgefahr in der Innenstadt zu mildern.

Zu den Kommentaren