Brehm-Haus in Renthendorf will Kulturszene bereichern

Renthendorf  Konzerte, literarische Abende oder ein heiterer Nachmittag, bei dem sich alles um das Thema Katze dreht – passt das zu einem angehenden Museum, bei dem die Tier-Mensch-Beziehungen und die Arbeit der Brehms im Mittelpunkt stehen sollen? Jochen Süss, Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf, findet, dass Kunst, Kultur und Museum einen hervorragenden Dreiklang ergeben und das sanierte Haus wichtige Impulse für die Kunst- und Kulturszene im Saale-Holzland und darüber hinaus geben kann.

Jochen Süss, Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf zeigt einen Flyer, mit dem auf ein literarisch-musikalisches Programm im Brehm-Haus am 13. Oktober 2019 aufmerksam gemacht wird.

Jochen Süss, Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf zeigt einen Flyer, mit dem auf ein literarisch-musikalisches Programm im Brehm-Haus am 13. Oktober 2019 aufmerksam gemacht wird.

Foto: Frank Kalla

„Die Brehm-Gedenkstätte wird ein Füllhorn kultureller Veranstaltungen ausschütten“, sagt Süss, der hofft, dass das Haus dadurch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden kann.

Den Auftakt für die Veranstaltungsreihe gibt der Internationale Museumstag am 19. Mai. Von 10 bis 17 Uhr wird an diesem Tag die in sieben Jahren aufwändig sanierte Gedenkstätte ihre Türen für die Besucher öffnen. Im Rahmen einer „Museumstour“ sind Führungen durch das Haus geplant, wird Formstechermeister Hans-Joachim Frindte aus Mühlhausen, der letzte seiner Zunft in Deutschland zeigen, wie es gelang, die Tapeten im Brehm-Haus in der Drucktechnik des 19. Jahrhunderts wieder zu erschaffen. Nicht fehlen wird auch der Bezug zum Vogelpastor Christian Ludwig Brehm: So kann man Falkner Klaus Schulze aus Nobitz an diesem Tag bei der Arbeit mit seinen prachtvollen Greifvögeln zuschauen. Das Imkerpaar Bernd und Elke Woker aus Neuengönna lädt von 11 bis 16 Uhr zudem dazu ein, gemeinsam Honig zu schleudern.

Nur wenige Tage später lädt der Leiter der Brehm-Gedenkstätte am 25. Mai ab 13 Uhr an der Gedenkstätte zu seiner inzwischen schon traditionellen „Renthendorfer Zeckenjagd“ ein und wird neben dem Fangen von Zecken Interessierte auch über neueste Forschungsergebnisse informieren. So breiten sich beispielsweise aus Afrika und dem Mittelmeerraum neue Zeckenarten in Deutschland aus, die überaus gefährliche Krankheiten mitbringen. „Das klingt alles wissenschaftlich und ist es auch, aber das Thema Zecken zeigt eben auch eine interessante Tier-Mensch-Beziehung auf“, sagt der einstige „Zeckenpapst von Deutschland“ Jochen Süss. „Das ist es auch, was wir mit dem modernen Brehm-Museum wollen: Es soll ein lebendiger Ort werden, wo man sich beispielsweise kritisch mit tierethischen Fragen auseinandersetzen kann.“

Erstmals wird es am Vorabend des Tages des Offenen Denkmals am 7. September im Brehm-Haus ein hochkarätiges Konzert mit dem Streichquartett der Elbland Philharmonie Sachsen geben. Unter dem Titel „Bevorzugt Tierisches“ erwartet die Gäste ab 18 Uhr ein vergnügliches Programm von Hummeln, Schwänen, Mistfinken, einer Hochzeit von Henne und Kuckuck. Die Kompositionen stammen von Telemann, Vivaldi, Mozart, Hindemith, Rimsky-Korsakoff und anderen. „Im Gegensatz zu den anderen Veranstaltungen müssen wir für den Konzertabend ein Eintrittsgeld von 12 Euro veranschlagen. Dafür können sich die Besucher auch auf einen besonderen Abend freuen, der so schnell nicht wieder in der Region geboten wird.“

Noch einmal erleben kann man die Musiker nur wenige Stunden später, wenn am 8. September ab 10 Uhr im Brehm-Haus die Eröffnungsveranstaltung zum Tag des Offenen Denkmals im Saale-Holzland-Kreis stattfindet. Zum Denkmaltag können die Gäste in Renthendorf nicht nur Neuigkeiten zur geplanten Dauerausstellung erfahren, sondern sie haben erstmalig die Möglichkeit, aufwändig restaurierte Möbeln, Uhren und anderes Inventar der Brehms zu besichtigen oder das sanierte Haus vom Dachboden bis zum Keller zu besichtigen.

Krönender Abschluss der Veranstaltungen ist am 13. Oktober ein literarisch-musikalisches Programm rund um die Katze mit Texten von Alfred Brehm, Wilhelm Busch, Franz Kafka oder Elke Heidenreich. Moderator ist Hans Henning-Schmidt.

Meine Meinung

Zu den Kommentaren