Das jüngste Mitglied im Männergesangsverein Weißenborn kann auch kochen

Weißenborn.  Seine Sangesbrüder könnten seine Väter oder gar Großväter sein: Mit einem Alter von 30 Jahren ist man in einem Männergesangsverein eine wahre Seltenheit.

Das jüngste Mitglied im Männergesangsverein Weißenborn Marcus Enke (links) und Frank Steidel, der froh ist, über das neue Mitglied im Verein.

Das jüngste Mitglied im Männergesangsverein Weißenborn Marcus Enke (links) und Frank Steidel, der froh ist, über das neue Mitglied im Verein.

Foto: Jens Henning

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wie angelt man sich als Männergesangverein Weißenborn 1891 einen 30-Jährigen? Die Antwort klingt einfach. Durch persönliche Kontakte, dazu kamen Glück und ein Engagement des Vereinsvorsitzenden.

Singstunden in Weißenborn werden um Kesselgulasch bereichert

„Als ich erfuhr, dass Marcus nach Weißenborn zieht, war ich gleich an ihm dran, habe ihn unseren Verein schmackhaft gemacht. Wie man sieht, die Bemühungen haben sich gelohnt. Er fühlt sich wohl“, sagte Frank Steidel, Vorsitzender des Männergesangvereins. Dass Marcus Enke vom Alter her der Sohn oder gar Enkelsohn für alle Sangesbrüder sein könnte, ist kein Problem. „Er singt nicht nur gut. Er kocht auch gern. Wir lassen ihm da freie Hand. Es ist doch toll, wenn da einer ist, der sich bei den Singstunden um die Versorgung kümmert“, sagte Steidel. Vorigen Freitag gab es Kesselgulasch. 15 Liter hatte Enke vorbereitet. Und alle Anwesenden im Sängerstübl waren voll des Lobes. „Gut gemacht, Marcus! Ab sofort kochst du immer für uns, am liebsten Kesselgulasch und Brätel“, sagte einer der Sänger. Marcus Enke ist von Hermsdorf nach Weißenborn gezogen. Seine Leidenschaft fürs Kochen gab ihm sein Schwiegervater Thomas Sachse mit. Er ist Koch.

Das jüngste Mitglied soll sich wohlfühlen

Frank Steidel will sein „jüngstes“ Mitglied nicht verheizen. „Wir wollen ihn ruhig aufbauen. Es soll sich wohlfühlen“, sagte der Vorsitzende. Dass der Männergesangverein bunt durchmischt ist, sieht Steidel als Vorteil. „Unsere Sänger kommen nicht alle aus Weißenborn, sondern auch aus Zschorgula, Eisenberg oder Rauschwitz. Wenn Marcus mal ein Problem hat, findet er bestimmt Hilfe bei uns“, sagte Steidel.

Und was hatte die Gewinnung des jungen Sängers mit Glück zu tun? „Dass ich seinen Vater Günther kannte! Wir waren Arbeitskollegen. Danach hatte ich leichtes Spiel, Marcus für uns zu begeistern. Wenn man in einen neuen Ort zieht, sucht man nach Anschluss. Den können wir ihm hier bei uns bieten“, sagte der Vorsitzende.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren