Der Schmelzofen in Silbitz glüht weiter

Silbitz.  Nachgehakt: Gießerei in Silbitz produziert nach Personalabbau und trotz Corona-Krise weiterhin für die internationale Wirtschaft.

In der Gießerei der Silbitz Group am Standort Silbitz wird weiter produziert.

In der Gießerei der Silbitz Group am Standort Silbitz wird weiter produziert.

Foto: Angelika Munteanu

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Aus Sicht von Mitarbeitern seien die letzten Tage bei Silbitz Guss eine Katastrophe gewesen. Auszubildenden sei gekündigt worden. Und in Personalgesprächen seien Mitarbeiter aufgefordert worden, sich für eine Kündigung zu entscheiden oder für eine Übergangsgesellschaft. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Ende Januar hatte das Unternehmen der Silbitz Group angekündigt, wegen der wirtschaftlich schwierigen Markt- und Auftragslage in der Branche Mitarbeiter zu entlassen. Viele Mitarbeiter waren in die Kurzarbeit geschickt worden und mit dem Betriebsrat und der Industriegewerkschaft Metall hatte die Geschäftsführung ein sogenanntes Freiwilligenprogramm vereinbart. Das hat bis Mitte März gegolten und zielte darauf ab, dass vor allem ältere Mitarbeiter von sich aus vorzeitig in den Ruhestand´gehen, damit möglichst wenige entlassen werden müssen.

Mehr als 40 Mitarbeiter verlassen die Gießerei in Silbitz

Aus Unternehmenssicht ist das Freiwilligenprogramm erfolgreich umgesetzt worden, heißt es aus der Silbitz Guss GmbH auf Nachfrage. „Der überwiegende Teil der Mitarbeiter hat das Angebot positiv aufgefasst. Die Interessenten haben der Teilnahme am Freiwilligenprogramm zügig zugestimmt, sodass wir gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall schnell sozialverträgliche Lösungen gefunden haben“, sagt der Geschäftsführer Torsten Tiefel. 35 Mitarbeiter haben das Gusswerk in Silbitz nach den Vereinbarungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft verlassen. Um den Personalbedarf den Notwendigkeiten in der Produktion anzupassen, habe man weiteren acht Mitarbeitern kündigen müssen. Die betriebsbedingten Kündigungen habe man aber durch das Freiwilligenprogramm auf das absolute Minimum reduzieren können.

Ausbildung von Lehrlingen wird fortgesetzt

Es sei bedauerlich, dass auch nicht alle Auszubildende, bis auf wenige Ausnahmen, in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden könnten, sagt Tiefel. Die Ausbildung im Unternehmen wird jedoch fortgesetzt. „Entgegen aller Gerüchte werden die jungen Männer und Frauen, die derzeit ihre Ausbildung bei uns absolvieren, diese selbstverständlich regulär weiterführen“, so der Geschäftsführer.

Trotz der weltweiten Corona-Krise wird in der Gießerei in Silbitz weiter produziert. Aufträge gibt es aktuell hauptsächlich Aufträge aus den Bereichen Antriebstechnik, etwa aus Finnland), für Motorentechnik aus Italien, für den Maschinenbau in Deutschland und aus dem Bereich Bahntechnik.

Krisenmanagementwegen der Corona-Pandemie

„Glücklicherweise ist bislang kein Mitarbeiter der Silbitz Gruppe vom Coronavirus betroffen und wir verfügen über eine ausreichende Materialversorgung, so dass wir derzeit noch an allen vier Standorten produzieren können“, sagt Geschäftsführer Tiefel. Dies geschehe unter Einhaltung strenger Vorschriften. Ein Krisenstab sei gebildet worden, um schnell auf sich verändernde Gegebenheiten reagieren zu können und es bestehe ein regelmäßiger Kontakt zur zuständigen Amtsärztin.

„Unsere Mitarbeiter informieren wir außerdem mehrmals wöchentlich über aktuelle Entwicklungen sowie innerbetriebliche Vorsichts- und Hygienemaßnahme“, so Tiefel. Die Silbitz Group empfange derzeit außerdem keine externen Besucher auf den jeweiligen Werksgeländen und habe vorerst Dienstreisen und Schulungen eingestellt.

„Wir spüren natürlich die Auswirkungen der Coronakrise, jedoch ist es erfreulich, dass wir weiterhin Aufträge unserer Kunden sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland erhalten und somit aktuell produzieren dürfen. Jedoch lassen sich in der aktuellen Situation und aufgrund der sich teilweise stündlich ändernden Umstände nur sehr schwer verlässliche Aussagen treffen und seriöse Prognosen erteilen,“ erklärt der Geschäftsführer. Denn die Auslieferung von Gussteilen ist auch davon abhängig, dass die Logistikbranche in der Corona-Krise weiterhin aufrecht erhalten bleibt und dass Grenzen für den internationalen Warenverkehr offen gehalten werden.

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