Eine Vision wird wahr: Brehm-Haus Renthendorf wird Ende 2018 fertig

Renthendorf  Die aufwändige Restaurierung und Sanierung kostete zwei Millionen Euro

Das von  außen sanierte Brehm-Haus in Renthendorf

Das von  außen sanierte Brehm-Haus in Renthendorf

Foto: Frank Kalla

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Erleichterung steht Jochen Süß, Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf, ins Gesicht geschrieben. Konnten doch in dieser Woche die letzten Arbeiten am Brehm-Haus in Auftrag gegeben werden. „Wir werden in diesem Jahr mit dem Haus fertig.“

Rund 230 000 Euro gab der Renthendorfer Gemeinderat für das Brehm-Haus frei. Das Geld stammt vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (149 000 Euro), der Reemtsma-Stiftung (70 000 Euro) und der erst in diesem Jahr gegründeten Brehm-Stiftung, die mit rund 10 000 Euro erstmals einen großen Beitrag zum Erhalt des Hauses leisten konnte.

Nachdem in diesem Jahr die Fassade des Brehm-Hauses aufwendig restauriert wurde, geht man nun im Inneren des Gebäudes nach monatelangen Vorbereitungen an den Feinschliff. So werden in wenigen Tagen die ersten Tapeten in den Räumen im sogenannten „Spanischen Flügel“ des Brehm-Hauses angebracht. In dem Gebäudeteil, der einige Jahre später nach der Errichtung des Brehm-Hauses 1864/65 angebaut wurde, lebte einstmals Reinhold Brehm, der Bruder des berühmten „Thiervaters“ Alfred Brehm.

Süß bezeichnet es als ein Wunder, dass es gelungen sei, anhand weniger übrig gebliebener Tapetenreste aus der damaligen Zeit originalgetreue Nachdrucke herzustellen. So fertigte der in Nordhausen beheimatete Formstechermeister Joachim Frindte sogenannte Model, mit denen die Ornamente per Hand auf die Tapetenbahnen aufgedruckt werden konnten. „Die Restauratoren haben mit der Drucktechnik des 19. Jahrhunderts 41 Tapetenbahnen mit der Hand bedruckt“, erklärte der Gedenkstättenleiter. Allein für die Herstellung habe man mehrere zehntausend Euro investieren müssen. Unter restauratorischer Begleitung erfolgt in den kommenden Wochen auch die Rekonstruktion der bauzeitlichen Farbgebung im Inneren des Brehm-Hauses. „Es handelt sich um eine schlichte Ausmalung, nur in einigen Räumen im Haupthaus werden weitere Tapeten an die Wände gebracht, allerdings in einer anderen Farbgebung und mit anderen Ornamenten.“

Wegen der dünnen Außenwände und den einscheibig verglasten, historischen Fenstern wurden im Vorfeld dünne Heizdrähte in die Wände eingebracht. Diese sollen bei starken Minusgraden verhindern, dass der Taupunkt in der Wand die Tapeten erreicht und diese anfangen zu verschimmeln. „Das ist Hightech, die hier zur Anwendung kommt“, erklärt Süß.

Bestandteil der Restaurierung im Inneren sind auch Tischlerarbeiten. Unmittelbar nach den Maler- und Tapezierarbeiten soll der historische Holzfußboden wieder eingebracht werden. „Die alten Dielen wurden aufgearbeitet.“ Für die Arbeiten habe man die erfahrene Firma Lutz Scherf aus Silbitz gewinnen können, die sich auch um die Aufarbeitung der Haustüren, um den Treppenaufgang und den Keller-Eingangsbereich kümmern werde.

Seit 2014 wurden rund zwei Millionen Euro in die Rettung und die Sanierung des Brehm-Hauses investiert. Süß geht davon aus, dass zum Jahresende das Objekt im weitgehenden Originalzustand von 1865 wieder hergestellt ist. „2019 werden wir das Ergebnis zeigen.“

Meine Meinung

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren