Einmal auffüllen: Kostenloses Trinkwasser in Jenaer Geschäften

Jena  Jenaer Geschäfte bieten nicht nur im Sommer einen kostenlosen Trinkwasser-Service

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Apotheke, Militärklamotten-Laden und Stofffachgeschäft haben eine Gemeinsamkeit: Sie füllen Besuchern auf Wunsch Leitungswasser in die mitgebrachte Flasche – und zwar kostenlos für den Eigenbedarf, damit weniger Plastikmüll entsteht!

Die ehrenamtlich getragene Initiative „Refill“ hat in Jena inzwischen ein gutes Dutzend Unterstützer gefunden. Zu erkennen sind die an einem blauen Aufkleber am Geschäft. Mit dabei ist auch die Innenstadt-Initiative.

„Bis zum Kanister füllen wir alle Behältnisse auf“, sagte gestern Citymanager Hannes Wolf. In der Geschäftsstelle Neugasse 34 habe bisher aber niemand nachgefragt. Wolf sagt, dass sich für die mittuenden Händler neben dem positiven Umwelt-Image auch ein kleiner Marketingeffekt ergebe. Der Einsatz sei überschaubar. Es handele sich ja „nur“ um Leitungswasser. Ein Liter Leitungswasser kostet nicht einmal einen halben Cent in Jena!

Als ehrenamtliches Organisationsteam von Refill in Jena stellten sich zuletzt Louise Fahrenkamp, Susann Ehrhardt und Tino Buschbeck auf dem Holzmarkt vor. Nele Wlokas hatte das lokale Organisationsteam vor einiger Zeit gestartet. „Refill steht für Umweltschutz und Müllvermeidung“, sagt Tino Buschbeck. Refill sei unternehmens- und parteiunabhängig und agiere als soziale Bewegung, die allen Menschen offen stehe und die städtische Gemeinschaft stärken und fördern wolle. Inzwischen gebe es etwa 4000 Refill-Stationen deutschlandweit.

Eine junge Frau aus der Gruppe hat auch Ingolf Weiß überzeugt, der in Jena-Ost an der Carl-Born-Straße seinen Military-Store betreibt. Bevor er sich entschloss mitzumachen, recherchierte er zunächst, dass es sich tatsächlich um eine ganz und gar unpolitische Aktion handele. Dann sagte er ja, aber auch bei ihm war die Nachfrage bisher eher verhalten. Ganz anders bei Vanessa König und Jessica Weiß vom Stoffladen „Kabuff“ in der Wagnergasse. Hier schauen inzwischen regelmäßig Menschen mit leeren Wasserflaschen rein, wobei die Inhaberinnen nicht in Sorge sind, dass diese Kunden dem Kaffeeangebot ihres Ladens das Wasser abgraben. Wasser sei ja glücklicherweise genug da in Jena.

Über die Innenstadt-Initiative bekam Apotheker Leander Knorre von der Ratsapotheke am Markt Kontakt zu der Gruppe. Ein Glas Wasser habe man der Kundschaft ja immer schon angeboten. „Refill“ sei da eher eine Erweiterung des Kundenservices, mit dem Knorre zuletzt auch bei den eigenen Kindern punkten konnte, die sehr auf Plastikmüll-Vermeidung achten. Als ihm sein großer Sohn vorschlug, sowas auch in der Apotheke zu machen, konnte er berichten: Machen wir schon!

Kann ein Mensch zu viel Wasser trinken? Leander Knorre sagt, wie bei allen Dinge könne man es natürlich übertreiben. Allerdings sei es meist so, dass Patienten eher zu wenig Wasser trinken. So viel zu Risiken und Nebenwirkungen.

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